"Beschreiten guten Weg"
30.01.2009 | 18:30 Uhr 2009-01-30T18:30:32+0100Ennepetal. (wp) Bei der Integration gibt es noch jede Menge Verbesserungsbedarf. Das ist das Ergebnis einer Studie zur Lage der Integration in Deutschland, die das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung jetzt vorgestellt hat. ...
... Wie Ennepetal mit dem Thema Integration umgeht, erläutert Stadtsprecher Stephan Langhard im WP-Interview.
Westfalenpost: Wie hoch ist der Anteil der Migranten in der Ennepetaler Bevölkerung?
Langhard: Im Jahr 2007 betrug der Anteil der Nichtdeutschen in Ennepetal 8,8 Prozent. Der Anteil der Migranten ist statistisch allerdings nicht detailliert zu erheben, da hier entsprechende Merkmale nicht ermittelt werden. Zum Beispiel werden Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft und diejenigen, die die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben, als Deutsche geführt. Da kann man dann vielleicht lediglich am Namen ablesen, dass jemand Migrationshintergrund hat.
Frage: Gibt es eine Erhebung darüber, welchen Schulabschluss die Migranten haben?
Langhard: Wir ermitteln den Ausländeranteil an den Schulen. Der liegt bei der Hauptschule beispielsweise bei 27,8 Prozent, an der Realschule bei 8 und am Gymnasiums lediglich bei 2,5 Prozent. 18,1 Prozent der Förderschüler sind in Ennepetal Ausländer.
Frage: Was tut Ennepetal konkret für die Integration?
Langhard: Die Stadt fördert die Integration auf verschiedenen Ebenen. Deshalb gibt es hier auch nicht den einen Integrationsbeauftragten, der alle Zielgruppen im Blick hat. Alle betroffenen Fachbereiche und Abteilungen unterstützen die Integrationsarbeit in den öffentlichen Einrichtungen mit speziellen Angeboten und Projekten.
Frage: Zum Beispiel?
Langhard: Das Internationale Freundschaftsfest in Kooperation mit der Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit, das inzwischen seit 25 Jahren besteht. Oder das Projekt ,Kunst verbindet Kulturen´, das derzeit noch in Arbeit ist. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Motivation von Asylbewerberkindern. Auch die Elternschulen im Mehrgenerationenhaus und an Grundschulen sind ein gutes Beispiel. Dass Ennepetal damit einen guten Weg beschreitet, zeigt die Einladung zur Vorstellung Ennepetaler Projekte auf dem ,Markt der Möglichkeiten´ in Solingen auf Einladung des Integrationsministers Armin Laschet. Der Ennepetaler Chor "Nachbarskinder" bekam außerdem eine Urkunde für vorbildliches und nachahmenswertes zivilgesellschaftliches Engagement.
Frage: Wo gibt es vor Ort ihrer Meinung nach Handlungsbedarf?
Langhard: Die Statistik zeigt ja, dass der Ausländeranteil an Realschule und Gymnasium sehr gering ist. Um das zu ändern unterstützen wir das Projekt Elternschule. Zudem können gerade durch die Offenen Ganztagsgrundschulen die Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund profitieren. Grundlegende Voraussetzung für erfolgreiche Integration ist aber auch die Bereitschaft der betroffenen Bevölkerungsschichten an unserer Gesellschaft teilhaben zu wollen.
Das Interview mit Stephan Langhard führte WP-Redakteurin Hannah Senger.
16:26
Ich persönlich kenne viele Türken, Italiener, Kroaten, Serben, Griechen usw. aus der sog. zweiten Generation, die hervorragend Deutsch sprechen und die sich auch in Deutschland wohl fühlen. Es gibt also durchaus Erfolge bei der Integration.
Ungeachtet dessen ist der obige Kommentar auch richtig. Insbesondere bei Deutschen aus der ehemaligen UdSSR und bei Türken beobachte ich eine mangelnde Wohnortdurchmischung. Wenn aber alle Migranten gleicher Herkunft auf einem Haufen wohnen, kann eine Integration schwer gelingen. Ich halte diese Ansiedlungsbündelung nach der Einreise oder Übersiedlung für einen wesentlichen Konstruktionsfehler in unserer Integrationspolitik.
21:15
Was nützen die ganzen Bemühungen, die auch noch eine Menge Geld kosten, wenn sehr viele
ausländische Mitbürger gar keine Integration wollen, sich in Ihren Clans abschotten. Wir haben
Türken kennengelernt die schon 40 Jahre hier in Deutschland leben, mit denen kann man sich zwar
verständigen aber nicht unterhalten.Das Enkelkind,hier geboren, 4Jahre alt, spricht kein Deutsch, obwohl der Vater hier geboren und zur Schule gegangen ist. Ich frage mich, was das soll. Wie soll das Kind in der Schule klarkommen.