Bequeme Stühle statt harter Bänke

Die Bänke verschwinden aus der Lukaskirche.
Die Bänke verschwinden aus der Lukaskirche.
Foto: Harald Bertermann

Gevelsberg..  Die Lukaskirche auf dem Börkey wird in den nächsten Monaten saniert und neu gestaltet. Seit gestern sind die Handwerker in das Gotteshaus eingezogen.

In den Gevelsberger Gemeindebezirken Nord (Börkey) und Heide spielen Gottesdienste eine zentrale Rolle. „Im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte wird berichtet, dass die Jerusalemer Gemeinde täglich im Tempel zusammen kam, um unter anderem gemeinsam das Brot zu brechen. Die Christen damals haben so intensiv Gemeinschaft gelebt. Christus ist das Zentrum der Gemeinschaft. Um diese Gemeinschaft leben zu können, schaffen wir in der Lukaskirche Orte und Gelegenheiten“, erklärt der Pfarrer des Nordbezirks, Uwe Hasenberg, der sich mit Pfarrer Dirk Küsgen (Bezirk Heide) die Predigtstätte teilt.

Unterschiedliche Angebote

An der Lukaskirche in Gevelsberg gibt es neun regelmäßig stattfindende gottesdienstliche Angebote. So unterschiedlich die Gottesdienstangebote sind, so unterschiedlich sind die Anforderungen an den Raum dafür. „Wir möchten den Kirchenraum multifunktional nutzen können. Deshalb trennen wir uns von den Kirchenbänken und gestalten den Innenraum unserer Kirche nach den Herausforderungen an die Kirche im 21. Jahrhundert neu“, erklärt Hasenberg.

„Auslöser für die Arbeiten ist ein Sanierungsstau in der Lukaskirche, den wir beheben möchten, bevor noch größere Schäden entstehen. Zum einen gibt es noch die Spuren des erheblichen Wasserschadens, der vor einiger Zeit an den Außenwänden entstanden ist. Zum anderen haben sich die Bodenplatten im Laufe der Zeit stark abgenutzt“, so Küsgen.

Die Kosten für die Maßnahme belaufen sind auf etwa 295 000 Euro. Die Hälfte davon soll mit Spendengeldern finanziert werden. Der Förderverein „Freundeskreis lebendige Lukaskirche“ engagiert sich hier in besonderer Weise. Seit Wochen wird zum Beispiel von der Finanzkirchmeisterin Claudia Winkelmann selbstgemachte Marmelade zum Verkauf angeboten. Die Nachfrage ist so groß, dass der Bestand ständig aufgefüllt werden muss.

Wenn der Umbau abgeschlossen ist, werden der Fußboden erneuert, die Wände gestrichen und der Altar in die Mitte des Kirchenraumes gerückt sein. Im jetzigen Altarraum werden dann Chöre und Bands genügend Raum zum Musizieren haben. Die Gottesdienstgemeinde wird zukünftig auf bequemen Stühlen um den Altar herum sitzen.

Gemeindesaal als Ersatz

Am Sonntag, 12. Juli, fand der letzte Gottesdienst in der gewohnten Form in der Kirche statt. In einem kleinen liturgischen Umzug wurde die brennende Osterkerze aus der Kirche in den Gemeindesaal getragen. Hier treffen sich die Gemeindeglieder und alle Gäste, um in den nächsten Wochen gemeinsam ihre Gottesdienste zu feiern. Am 1. Advent kann dann der erste Gottesdienst in der neu gestalteten Lukaskirche stattfinden.