Beim „Schunkelpotpourri“ machte jeder mit

Die Kolpingsfamilie feierte die Prunk-Sitzung im Kolpingshaus
Die Kolpingsfamilie feierte die Prunk-Sitzung im Kolpingshaus
Foto: WP

Schwelm..  Verwechslung ausgeschlossen. Er ist es, der Pate. Seit Jahren rankten sich Legenden um ihn und die Schwelmer munkeln, dass er die Propsteigemeinde St. Marien wieder an sich reißen werde. Und dann trat er auf. Schwarzer Anzug und Hut, weiße Krawatte, Sonnenbrille: Il Padrino Don Enrico – der emeritierte Propst Heinz Ditmar Janousek. Und was die Familie da gerade so treibt, darüber war er höchst ungehalten.

Norberto verwaltet Erbe nicht richtig

Auch wenn das Pastoralteam die Nummer bereits Weiberfastnacht auf die Bühne des Kolpinghauses gebracht hatte, gehörte sie auch am Samstagabend auf der langen Oskar-Nacht, der Prunksitzung der Kolpingsfamilie, mit zu den unterhaltsamsten an diesem Abend.

Denn besonders einer hatte Don Enrico auf dem Kieker: Norberto, den amtierenden Paten – Pardon: Propst – der sein Erbe nicht richtig verwaltet und den bereits Don Enricos Schläger mit Sack über den Kopf und gefesselten Händen in den Saal führten. Denn Norberto mache dem Paten von Schwelm alles kaputt, nachdem er doch in mühevoller Arbeit seine Macht nach „Ennepetalo und Gevelsbergo“ ausgeweitet habe.

Wegen Norberto (Propst Norbert Dudek) gebe es kein Glockengeläut mehr in Schwelm – und keine Brauerei. Für diese Schnitzer wollten seine Schläger ihn auch gleich zur Rechenschaft ziehen. Doch schlagen müsse ihn niemanden. „Wir sind hier schließlich nicht im Schwelmer Rat.“

Vor allem eins hat das Pastoralteam mit dieser mafiösen Darbietung unter Beweis gestellt: einen feinen Sinn für Humor.

Einzug des Prinzenpaars

Den Auftakt machte, natürlich nach standesgemäßem Einzug, der Begrüßung und der Rede des ehemaligen Prinzenpaares, der Kolpingchor mit seinen (Karnevals-)Liedern. Direkt im Anschluss stürmten die Regenbogenfische die Bühne, Jugendliche der Kolpingjungen, und legten eine Mischung aus Playback und Tanz hin. Sie schlüpften in die Rolle von Helene Fischer, Britney Speers, Nena – natürlich mit ihrem Klassiker „99 Luftballons“, Lena Meyer-Landrut mit „Satellite“, der Song katapultiere Deutschland auf den ersten Platz des Eurovision Song Contests, und in die Rolle von Michael Jackson.

Was beim Karneval auf gar keinen Fall fehlen darf, ist das Schunkeln – bei der Kolpingfamilie unter „Schunkelpotpourri“ sogar als fester Programmpunkt eingeplant. Und jeder im Saal machte mit. Die Stimmung dort konnte eh als ausgelassen bezeichnet werden un die Gäste des Kolpingkarnevals haben sich wieder viel Mühe mit ihrer Verkleidung gegeben. Da saß der Scheich neben Micky und Minnie Maus – mag sein, dass die beiden etwas mit Politik zu tun haben, sie ähnelten Bürgermeister und Gattin. Es schunkelten ein Na’vi – ein blaues Alien aus dem Film Pandorra – mit einer Bierflasche.

Und bis zu Schluss, bis der Hoppeditz die letzten Akteure auf die Bühne geführt hatte, war die Stimmung ausgelassen. Denn das Programm bot noch so einiges. Die Combo „6Pack“ griff in die Saiten. „Karnevalsungeprüft“ legte die Band einen stimmungsvollen Auftritt hin. Es gab eine weitere Playback Show mit dem Dreigestirn und noch vor dem großen Finale standen auch Größen wie „Les dames barbues“ oder „Mütze und Glatze“ auf der Bühne. Nicht zu vergessen der Auftritt von den Quietschewürmern, die das Märchen Rotkäppchen in einer eigenen Ruhrpott-Proll-Version interpretierten.

Doch warum nun eigentlich Oskar-Nacht und nicht Oscar-Nacht? Ganz einfach: weil es Kolping und nicht Colping heißt.