Bei Familie Conti liegt das Eis im Blut

Spezialisten in Sachen Speiseeis:Luca Conti (Bild Mitte) mit Ehefrau Nina (rechts), den Eltern Maria Angela und Enzo Conti und dem Team.
Spezialisten in Sachen Speiseeis:Luca Conti (Bild Mitte) mit Ehefrau Nina (rechts), den Eltern Maria Angela und Enzo Conti und dem Team.
Foto: Bernd Richter

Schwelm..  Wer noch nie ein Eis bei Conti gegessen hat, weiß gar nicht, wie Eis schmecken kann. Das wissen nicht nur die Schwelmer. Denn wie sonst ist es zu erklären, dass auch viele Ennepetaler und Gevelsberger den Weg in die Kreisstadt antreten, um sich dort an der süßen Köstlichkeit zu laben. Und damit Schwelm auch weiterhin Conti-Land bleibt, haben Enzo Conti und seine Frau Maria Angela ihre beiden Eisdielen in der Fußgängerzone an Sohn Luca (40) und dessen Ehefrau Nina (34) übergeben.

Schwelm ohne Conti ist kaum vorstellbar. Denn so lange viele denken können, gibt es im Erdgeschoss des Hauses Hauptstraße 55 auch das Eiscafé „Gelateria Conti“. Die Eistradition vor Ort wurde 1952 von Francesco Conti begründet, dem Onkel von Enzo Conti.

„Schwelm ist unsere Heimat“

„Ich hab’ die Eisdiele von ihm übernommen“, erinnert er sich. Eine Entscheidung, die er in all den Jahren keine Minute bereut hat. Enzo Conti entstammt einer Familie, die in Parma auf eine lange Eistradition zurückblicken kann. Viele seiner Verwandten sind damals nach Nordrhein-Westfalen gegangen und haben Eisdielen unter anderem in Remscheid und Düsseldorf gegründet. Doch in den zurückliegenden Jahren sind alle wieder in die Heimat nach Italien zurückgekehrt.

Bei Familie Conti ist das anders gelaufen. Seit 56 Jahren ist Senior Enzo Conti in Schwelm zu Hause, vor 41 Jahren hat er seine Frau Maria Angela geheiratet. Seit 34 Jahren hat auch sie eine zweite Heimat hier gefunden. „Jetzt ist Schwelm unsere Heimat und wir fahren zu Besuch nach Italien“, sagt sie. Mit der Übergabe des Betriebs in zweiter Generation an Sohn und Schwiegertochter sollen die Besuche im sonnigen Süden künftig wieder häufiger werden. Die Stammkunden können den Wachwechsel in der Eisdiele nachvollziehen, denn als Inhaber hatten beide arbeitstechnisch eine Sieben-Tage-Woche. Künftig hofft Enzo mehr Zeit für sein Hobby aufbringen zu können, der Suche nach Steinpilzen in Sauerland und in der Eifel. Maria Angela hält es da lieber mit den anderen Frauen. „Ich liebe die Sonne und gehe gern Shoppen.“

Derweil gehen Luca und seine Nina in ihrer neuen Aufgabe auf. „Seine Passion ist das Eis“, sagt die Ehefrau. Und ihr Mann ergänzt: „Mir macht es einfach Spaß, Eis zu machen.“ Dafür steht er jeden morgen ab 6.30 Uhr für die Tagesproduktion im Eislabor. Und mit Eis hört sein Tag auch auf. Wenn andere nach einem anstrengenden Tag als Absacker ein alkoholisches Getränk genießen, verputzt Luca lieber noch schnell eine Portion Eis.

Durch die Eisdiele fand er übrigens auch sein persönliches Glück. Nina hat als Saisonkraft im Eiscafé Conti gearbeitet. „Als ich sie das erste Mal sah, hat sie mich sofort beeindruckt. Welch ein nettes, hübsches Mädchen – und auch noch so fleißig – hab ich mir gedacht.“ Mittlerweile gibt es zwei Kinder, Marco (4) und Elisa (1). Und die sind auch schon auf den besten Weg, Eis-Profis zu werden. „Das Eis liegt uns im Blut. Das erste Wort, das unser Sohn gesagt hat, war nicht Mama oder Papa, sondern Eis“, erzählt Luca und lacht dabei.