Bei den Börkeyern fließen die Freudentränen

Gevelsberg..  Grenzenloser Jubel, Freudentränen auf den Wangen bei den siegreichen Kirmesgruppen und Standing Ovations für die Gewinner bei der Preisverleihung für die Teilnehmer des Festzugs in der Aula Alte Geer. Um punkt 20.06 Uhr stand gestern fest, wer den Preis für die beste Wagendarstellung mit nach Hause nehmen durfte: Die Börkeyer, die passend zu ihrem Motto „Börkey Olé“ in ihren leuchtend roten Spanien-T-Shirts mit aufgedruckten Stier gekommen waren. „Kurz vor Licht aus“ auf der Kirmes, wie es Bürgermeister Claus Jacobi ausdrückte, wurden alle Kirmesgruppen und ihre Leistungen frenetisch gefeiert.

Bevor die Preise vergeben wurden, gab es aber auch mahnende Worte. „Von ein paar Bekloppten lassen wir uns unsere Kirmes nicht vermiesen“, erklärte Jacobi unter dem Beifall von Hunderten von Kirmesfreunden in Anspielung auf die Randale in den vergangenen Tage und verlangte Zivilcourage. Eine Kerbe, in die auch Andreas Alexius, Sprecher der Schausteller, schlug. Er fand aber auch lobende Worte. „Gevelsberg ist mit dem Zug schon eine Nummer für sich“, war sein Urteil nachdem er sich den Kirmeszug in diesem Jahr einmal in Ruhe anschauen konnte. Und Alexius kam auch mit einer gefüllten Brieftasche zur Preisverleihung. 4380 Euro hatte er unter seinen Kollegen für die Gruppen und den Kirmesverein gesammelt. Apropos Geld: „Weil ihr mir die Arbeit im Bewertungsausschuss so schwer gemacht habt“, so das neue Mitglied Ralf Sichelschmidt, spendierte er noch 30 Euro für jede Kirmesgruppe aus eigener Tasche.

Ein gut gehütetes Geheimnis

Die 15 Mitglieder der Jury hatten sich traditionell nach dem Kirmeszug im Hotel am Vogelsang getroffen. Das Ergebnis wurde aber gestern bis zur Siegerehrung streng geheim gehalten. Als „großes Kino“ wird der Festzug im Protokoll beschrieben: „Neben den handwerklichen und künstlerischen Leistungen zeichnet sich der Gevelsberger Kirmeszug immer wieder durch seine fantastischen und teilweise tollkühnen Ideen aus.“

Ein besonderes Dankeschön der Jury ging an die Börkeyer. „Kann mein Freund mitmachen, auch wenn er ein Ausländer ist?“, hatte dort ein Kind gefragt. Die Antwort gab die Kirmesgruppe im Zug. „Tolerant und bunt, am Börkey geht es rund“, lautete das Motto der Darstellung der Kindergruppe. Dafür hatte sie nicht nur in ihrer Wertungsgruppe die Nase vorn. Auch der Karl-Friedrich-Hückinghaus-Gedächtnispokal – etwas unpassend dotiert unter anderem mit sechs Flaschen Sekt und einer Flasche Hippendörfer – ging an die Mädchen und Jungs. „Ohne Euch können wir nicht weitermachen. Ihr tragt den Kirmesvirus aber bereits in Euch“, lobte Jacobi das Engagement der jüngsten Teilnehmer. Und Thomas Rummler von den Mühlenhämmern konnte sich zum dritten Mal hintereinander über den Sieg als Einzelgänger freuen.

Dank an die Musikgruppen

Der Dank der Jury und des Kirmesvereins ging aber nicht nur an die Adresse der Kirmesgruppe. Auch die zahlreichen Musikgruppen, der griechische Kulturverein, die Feuerwehr-Bambinis, der TV Eintracht Vogelsang, die Flying Vocals, der Förderverein des FSV und die Abiturienten hätten eine besondere Farbe in den Kirmeszug gebracht. Die Treckerfreunde mit ihren historischen Fahrzeugen waren nicht nur ein schöner Anblick für die Zuschauer, sondern halfen der Kirmesgruppe „Dä vam Lusebrink“ auch noch aus der Patsche. Deren Zugmaschine hatte kurz nach dem Start seinen Geist aufgegeben. Die Treckerfreunde halfen spontan mit einem Ersatzfahrzeug aus. Und da die Jury schon einmal beim Danken war: Ohne „die zahlreichen Helfer von Polizei, Feuerwehr, DRK und den technischen Betrieben“ sei ein solches Volksfest nicht möglich.

Und nachdem die letzte Rede geredet und der letzte Pokal vergaben war, trafen sich die Mitglieder der Kirmesvereine noch einmal zum großen Finale mit Feuerwerk. Seit heute läuft der Countdown zur Kirmes 2016.