Baustellen treiben Ratten aus ihren Löchern

Ratten in der Lohmannsgasse: Nachbarn vermuten, dass die Nager von dem nicht mehr bewohnten Haus oberhalb der Baustelle kommen. Das Ordnungsamt sieht als Grund für die Rattenplage allerdings die Erdarbeiten auf dem Nachbargrundstück. Dadurch würden die Tiere aus ihren Verstecken aufgeschreckt
Ratten in der Lohmannsgasse: Nachbarn vermuten, dass die Nager von dem nicht mehr bewohnten Haus oberhalb der Baustelle kommen. Das Ordnungsamt sieht als Grund für die Rattenplage allerdings die Erdarbeiten auf dem Nachbargrundstück. Dadurch würden die Tiere aus ihren Verstecken aufgeschreckt
Foto: WP

Schwelm..  Das Haus in der Lohmannsgasse, in dem ein Zahnarzt einst seine Praxis hatte und als Amateurfunker mit der ganzen Welt korrespondierte, ist von seiner Lage her ein Juwel. Seit dem Tod des Zahnarztes verfällt es zunehmend. Dabei hätte die Erbengemeinschaft die Immobilie schon mehrmals verkaufen können. Interessenten gibt es zuhauf. Doch statt das Leben die Immobilie erfüllt, entwickelt sich auf dem Grundstück ein Leben, was die Nachbarschaft gar nicht erfreut: nämlich Ratten. Achtlos über den Zaun geworfene Lebensmittelreste bilden das Paradies für die Nager.

Pelzige Nachbarn

Die Stadt kann nichts tun, ihr sind so lange die Hände gebunden, wie von dem Haus keine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht, sagt sie. Das hilft den Anwohnern wenig. Die Ratten ziehen von dem leerstehenden Haus aus in ihre Gärten, so die Beobachtung einer über diese Entwicklung verständlicher Weise gar nicht erbauten Anwohnerin. Denn wer möchte schon solche pelzigen Nachbarn haben!

Für Christian Rüth vom Ordnungsamt der Stadt Schwelm gehören Meldungen über gesichtete Ratten zum beruflichen Alltag. „Ratten haben wir im ganzen Stadtgebiet“, weiß der Stadt-Mitarbeiter. Deshalb würden in Absprach mit den Technischen Betrieben Schwelm (TBS) regelmäßig Köder im Kanalsystem ausgelegt, damit es erst gar nicht zu einer Plage dieser Nagetiere kommt.

Für die Rattensichtung an der Lohmannsgasse hat er eine andere Erklärung als die, die die Anwohner liefern. Für ihn ist es eher ein befristetes Problem. „In der Herdstraße wird gebaut und dort ist das gleiche Problem aufgetreten“, sagt Rüth. Durch die Bauarbeiten würden die Nager aus ihren Verstecken aufgescheucht und dann gesehen. Ähnlich verhält es sich an der Lohmannsgasse. Dort werden gerade im Zuge des Neubaus von Eigentumswohnungen größere Erdbewegungen vorgenommen und Hohlräume freigelegt – beispielsweise ein alter Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Das sind laut Rüth typische Rückzugsräume für Ratten. „Ist die Baustelle abgeschlossen, ist auch das Problem gelöst“, so Christian Rüth.

Gleichzeitig verspricht der Ordnungsamtsleiter jedoch, über das an der Lohmannsgasse aufgetretene vermehrte Rattenaufkommen mit den zuständigen Leuten bei den Technischen Betrieben zu reden. Denkbar sei das verstärkte Auslegen von Rattenködern.