Baubeginn für Brauereibrache erst im Frühjahr 2017

„Betreten der Baustelle verboten“ prangt am Zaun der Brauereibrache. Diese wird ihre ersten Bautätigkeiten wohl erst im zweiten Quartal des kommenden Jahres erleben.
„Betreten der Baustelle verboten“ prangt am Zaun der Brauereibrache. Diese wird ihre ersten Bautätigkeiten wohl erst im zweiten Quartal des kommenden Jahres erleben.
Foto: Bernd Richter
  • Euroconcept folgt der Einladung in den Schwelmer Finanzausschuss
  • Investor soll unmittelbar vor Absichtserklärung stehen
  • Projekt soll genau so realisiert werden, wie besprochen

Schwelm..  Nachdem ihr Erscheinen lange unklar war, reisten am Donnerstag doch Vertreter von Euroconcept an. Guido Layer, Geschäftsführer der für Schwelm zuständigen Development GmbH sowie Konstantin Sell, Beiratsvorsitzender des Finanz- und Investitionsbeirats der Euroconcept AG, folgten der Einladung in die Sitzung des Schwelmer Finanzausschusses, sorgten jedoch am Abend für eine kollektive Enttäuschung. Einzig halbwegs konkrete Aussage: Nun soll der Baubeginn nicht vor Mitte bis Ende des zweiten Quartals 2017 stattfinden.

Rechtskräftige Baugenehmigung fehlt

Zuvorderst solle sich in Schwelm niemand um die Neubebauung der Brache sorgen: „Ihr Projekt wird in Kürze fortgeführt werden, mit einem Investor, an den wir zeitnah verkaufen werden. Wir haben in Schwelm das Ziel, dass die Stadt erhält, was wir besprochen haben“, sagte Guido Layer. Die Berichterstattung der vergangenen Tage bezüglich der angeordneten Zwangsversteigerung des Grundstücks erschwere dies jedoch. „Sie können sicher sein, das dieser Grundbucheintrag in Kürze Makulatur sein wird.“ Zeitnah solle mit dem Investor – eigentlich seien es zwei – ein „Letter of intent“, das ist eine unverbindliche Absichtserklärung, aufgesetzt werden. „In den nächsten Stunden, vielleicht Tagen ist hier Klarheit zu erwarten“, so Layer.

Großer Knackpunkt ist aus seiner Sicht der Einspruch der Nachbarn, der mitverhindert, dass er den städtebaulichen Vertrag unterzeichnet, den die Baugenehmigungen begleitend erfordern, bevor sie rechtskräftig werden. Man wollen im Falle einer Einstellung der Baumaßnahme nicht kurz nach Baubeginn wieder stoppen müssen. Da habe die Stadtverwaltung nun für Klarheit zu sorgen. Außerdem wolle er dem Investor, den er noch nicht nennen könne, nicht vorgreifen und den Vertrag mit ihm gemeinsam unterzeichnen. Erst dann wird die Baugenehmigung rechtskräftig.

Die Politiker aller Fraktionen fragten nach: Ist das Projekt gesichert? Wann geht es genau los? Erst nach mehrmaligem Nachhaken, dass „in Kürze“ und „zeitnah“ zu unkonkret seien, sprach Layer vom zweiten Quartal 2017. Die Politik drängte fraktionsübergreifend auf ein möglichst schnelles Voranschreiten des Projekts. Stellvertretend sei hier FDP-Fraktions-Chef Michael Schwunk zitiert. Er wählte die deutlichsten Worte: „Sehr wichtig ist uns Paragraf 3 des städtebaulichen Vertrags, der die Bauverpflichtung mit klaren Zeitangaben und den sich daraus ergebenden Rechtsfolgen regelt, damit sie uns nicht nur immer mehr versprechen.“

Nach knapp 30 Minuten waren Stellungnahme und Fragestunde beendet. Bei der Politik blieb kollektive Enttäuschung ob der vielen nicht oder nur sehr schwammig beantworteten Fragen.