Barriere beim S-Bahn-Einstieg ärgert Fahrgäste in Schwelm

Ärgerlich für Gehbehinderte: Auf der  Strecke der S 5, die ab Hagen zur S 8 wird, gibt es neue Fahrzeuge, und die sind am Schwelmer Bahnhof nur noch über eine Stufe zu erreichen.
Ärgerlich für Gehbehinderte: Auf der Strecke der S 5, die ab Hagen zur S 8 wird, gibt es neue Fahrzeuge, und die sind am Schwelmer Bahnhof nur noch über eine Stufe zu erreichen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Karl Heinz vom Brocke ärgert sich. Seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember ist es nicht nur für ihn schwieriger geworden, am Schwelmer Bahnhof in die S-Bahn zu steigen.

Schwelm.. Der Schwelmer Karl Heinz vom Brocke ist sauer. Auf der Strecke der S 5, die ab Hagen zur S 8 wird, gibt es neue Fahrzeuge, und die sind am Bahnhof in Schwelm nur noch über eine Stufe zu erreichen. Für Menschen mit Rollstühlen eine unüberwindbare Schwelle. „Da hat jemand nicht nachgedacht“, sagt der Schwelmer. Die neuen S-Bahn-Züge haben ein niedrigeres Einstiegsniveau im Vergleich zur Bahnsteigkante.

Die Wagen seien so von den Verkehrsbetrieben Rhein Ruhr gewünscht, heißt es hingegen aus der Pressestelle der Deutschen Bahn. Der Grund für die Stufe: Die S-Bahn-Züge haben nun eine Einstiegshöhe von 76 Zentimeter statt der bisherigen 96. Wer also mit der S-Bahn mitfahren möchte, muss in Schwelm vom 20 Zentimeter höheren Bahnsteig hinab in den Zug steigen.

Wer aussteigt, muss entsprechend eine Stufe nach oben nehmen. Die VRR habe Züge mit Toiletten für diese Strecke bestellt und in diesem Zusammenhang eine entsprechende Einstiegshöhe vorgegeben, betont der Pressesprecher Dirk Pohlmann. Die Umsetzung dieser Vorgabe sei technisch nicht anders möglich, da für den Einbau der Toiletten die Höhe von 76 Zentimeter erforderlich sei.

Rampe für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte

Eine nähere Erklärung gab er nicht. Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte hätten dafür etwa in der Mitte des Zuges die Gelegenheit, eine Rampe zu nutzen. Für den Ein- und Ausstieg können sie per Ruftaste den Lokführer oder einen Zugbegleiter rufen, der dann die Rampe runterlässt.

Verkehr „In den meisten Bahnhöfen können die Gäste aber barrierefrei einsteigen“, sagt der Pressesprecher. Eine Aussage, die Fahrgäste wie Karl Heinz vom Brocke nicht trösten wird, denn sein Haltepunkt gehört nicht dazu. Und nach Auskunft der Deutschen Bahn ist ein Umbau der Bahnsteige nicht geplant. Insgesamt werde zwar langfristig angestrebt, alle Bahnsteige auf 76 Zentimeter abzusenken, „wenn denn Mittel zur Verfügung stehen“, erklärt Pohlmann.

Doch die sind aktuell nicht in Sicht. Auf der besagten S-Bahnlinie sind 28 neue Züge im Einsatz, sie haben etwa 140 Millionen Euro gekostet. Laut der Deutschen Bahn sind 22 Stationen mit 96 Zentimeter hohen Bahnsteigen ausgestattet, die übrigen 24 hätten aufgrund des Mischverkehrs 76 Zentimeter hohe Bahnsteige.

Nach Erdrutsch in Hagen hält S-Bahn auf anderem Gleis

Aktuell ist die Bahnsteighöhe in Schwelm vorübergehend kein Problem. Nach einem Erdrutsch in Hagen am 23. Dezember hält die S-Bahn auf einem anderen Gleis, da nur das Fernverkehrsnetz nutzbar ist. Hier stimmt die Einstiegshöhe - ein barrierefreier Zugang ist möglich. Aber nur noch so lange, bis die Störung behoben ist. Nach Auskunft der Deutschen Bahn soll die S-Bahn, nach derzeitigen Stand, ab dem 14. Januar wieder planmäßig fahren können.