Axel Hellmann distanziert sich von der NPD

Axel Hellmann (links) und Obernachbarin Margarete Frielingsdorf standen im Vereinsheim der Loher Rede und Antwort.
Axel Hellmann (links) und Obernachbarin Margarete Frielingsdorf standen im Vereinsheim der Loher Rede und Antwort.
Foto: WP

Schwelm..  Die Nachbarschaft Heimatfreunde Loh hat die Flucht nach vorn angetreten. Nachdem in den sozialen Netzwerken im Internet ein Schlagabtausch über die rechte Vergangenheit ihres Geschäftsführers Axel Hellmann stattgefunden hatte, ließ das Vorstandsmitglied daraufhin in seinem Namen zunächst eine Stellungnahme auf Facebook veröffentlichen. Und am Donnerstagabend standen Obernachbarin Margarete Frielingsdorf sowie Axel Hellmann im Vereinsheim an der Rheinischen Straße öffentlich Rede und Antwort.

Hellmanns Vergangenheit

Die Vergangenheit hat Axel Hellmann eingeholt. „Ich war Mitglied der NPD, habe mich aber von ihr losgesagt“, gestand der Geschäftsführer ein. Seine Kandidatur für den Kreistag und den Schwelmer Stadtrat bei der Kommunalwahl 2004 bezeichnete er als „Freundschaftsdienst“ gegenüber Thorsten Crämer. Nicht nur mit dem ehemaligen Schwelmer Stadtrat habe er vor Jahren bereits gebrochen. „Ich habe keinen Kontakt mehr zu diesen Leuten“, beteuerte Axel Hellmann in der Fragerunde, mit seiner politischen Beteiligung in der NPD „vor etwa 17 Jahren den größten Fehler meines Lebens“ gemacht zu haben. „Ich distanziere mich von der Partei“, sagt der Geschäftsführer. Und weiter: „Ich vertrete bedingungslos die freiheitlich-demokratische Grundordnung.“

Die Vorwürfe, er sei Teilnehmer eines Überfalls im Jahr 2000 am Mahnmal für das KZ Kemna in Wuppertal gewesen, weist er entschieden zurück: „Ich war niemals vorbestraft und bin es auch jetzt nicht. Nachdem ich erkannt habe, welche kriminellen Machenschaften in besagter Partei ablaufen, welche dubiosen Gestalten dort agierten, welche Gewalttäter dort unter dem Deckmantel der Demokratie wirkten, habe ich mich vor vielen Jahren dazu entschlossen, mich davon vollständig zu lösen. Ich bin mittlerweile erklärter Gegner dieser Partei sowie ihres Gedankenguts und stehe auch öffentlich dazu. Kontakte zu sogenannten Kameradschaften oder gewalttätigen Skinheads hatte ich nie.“

Obernachbarin Margarete Frielingsdorf bestätigte, dass Axel Hellmann 2013 bei seinem Eintritt in den Verein dem damaligen Obernachbarn H.-Walter Boecker über seine politische Vergangenheit informiert und sich von den Ideologien distanziert habe.

Stellungnahme auf Facebook

In seiner auf Facebook erschienenen Stellungnahme kündigt Axel Hellmann an, dass er den Mitgliedern der Nachbarschaft „zeitnah Rede und Antwort stehen und die Vertrauensfrage“ stellen werde. Hellmann: „Ich stelle noch einmal klar, dass keinerlei politische Betätigungen meinerseits in der Vergangenheit im Verein erfolgt sind, es war zudem auch nie Thema bei uns. Ich habe mit diesem Kapitel abgeschlossen und stehe vorbehaltlos hinter der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Ich verbürge mich dafür, dass es für mich Null-Toleranz gegen Feinde der Demokratie gibt, der Loh ist weltoffen und ist und bleibt politisch neutral. Mitglieder, die sich in Zukunft solchen Strömungen anschließen sollten, werden konsequent ausgeschlossen, ohne Wenn und Aber.“

Öffentliche Fragestunde

Gut zwei Stunden dauerte das Frage- und Antwortspiel im Vereinsheim der Loher. Doch zu einer Annäherung der untereinander zerstrittenen Gruppen hat das Treffen wohl nicht beitragen können. Zu tief sind die Gräben.

„Für mich waren es zwei kostbare Stunden meines Lebens, die ich vergeudet habe“, zog Uwe Korngiebel sein persönliches Resümee einer in seinen Augen „lächerlichen“ Veranstaltung.

Der ehemalige Obernachbar der Loher, einer der drei erst kürzlich ausgeschlossenen langjährigen Vereinsmitglieder, hatte sich mehr versprochen. „Mich hat der Abend nicht weiter gebracht. Ich war fassungslos, dass man so dreist sein kann und damit auch noch durchkommt. Die Leute kapieren nicht, dass der alte Loh platt gemacht worden ist.“ Die Loher würden schon sehen, was sie davon hätten, prophezeite Korngiebel den Heimatfreunden eine unrühmliche Zukunft.