Auszeichnung für Projekt mit spanischen Praktikanten

Ennepetal..  Die Stadt Ennepetal wird als „Europaaktive Kommune in Nordrhein-Westfalen“ ausgezeichnet. Für das Projekt, im Hinblick auf einen drohenden Fachkräftemangel in heimischen Unternehmen spanische Praktikanten anzuwerben, gibt es einen Sonderpreis in der Kategorie „Leben und Lernen“. Am kommenden Mittwoch, 7. Januar, wird Dr. Angelica Schwall-Düren, NRW-Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, die Auszeichnung überreichen.

Gemeinsam mit Vertretern der Agentur für Arbeit Hagen und der SIHK zu Hagen hatte die Stadt bereits 2012 eine Arbeitsgruppe gegründet, um der durch den demografischen Wandel bedingten rückläufigen Zahl an Fachkräften entgegenzuwirken. Daraus entwickelte sich nach vielen Gesprächen mit heimischen Unternehmern die Idee, gezielt in den EU-Ländern Fachkräfte anzuwerben, in denen die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt derzeit sehr ungünstig sind.

Nachdem die spanische Botschaft, die durch die Berichterstattung in unserer Zeitung von der Initiative erfahren hatte, Kontakt mit der Stadt aufgenommen hatte, verständigten sich die Beteiligten, in einem ersten Schritt spanische Schüler für ein dreimonatiges Praktikum in Ennepetaler Unternehmen einzuladen. Durch Kontakte des Cuno Berufskollegs II in Hagen wurden acht Schüler einer öffentlichen Hochschule in der nordwestspanischen Metropole Saragossa ausgewählt.

Erfahrungen gesammelt

Ende März des vergangenen Jahres traten die 19 bis 24 Jahre alten Spanier ihr dreimonatiges Praktikum in Ennepetal an. Gefördert wurde ihr Aufenthalt aus Mitteln des „Erasmus“-Förderprogramms der EU. Vertreter der Stadt begleiteten den Aufenthalt der in Familien untergebrachten Gäste und sorgten für eine Stärkung der sozialen Kontakte.

Ende Juni reisten die acht Praktikanten dann wieder ab. Einen Arbeitsvertrag schloss im Anschluss keiner von ihnen ab. Bei der Stadt betonen die Verantwortlichen die positiven Seiten des Projekts. Die drei Monate hätten für jeden etwas Neues und Interessantes beinhaltet“, erklärt Pressesprecher Martin Küpper. Am Ende stehe die Erkenntnis, dass man das Projekt einerseits in den kommenden Jahren gerne fortführen würde. Andererseits bestehe eine gewisse Enttäuschung, dass keiner der jungen Spanier seinen Lebens- und Berufsweg direkt in Ennepetal fortsetzen möchte – wenn auch der eine oder andere schon nachvollziehbares Interesse gezeigt habe, nach Deutschland zurückzukehren, um hier mittelfristig einen Beruf ausüben zu können.