Aufruf zum Spenden für Flüchtlinge

Ennepetal..  Gemeinsam mit allen im Rat vertretenen Parteien bittet Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen um Spenden zur Unterstützung der in Ennepetal aufgenommenen Flüchtlinge. Vor allem die Durchführung von Sprach- und Alphabetisierungskursen soll damit ermöglicht werden. Die Politiker und das Stadtoberhaupt gehen mit gutem Beispiel voran und haben jeweils 100 Euro als Grundstock beigesteuert.

Mit dem Spendenaufruf setzt der Bürgermeister einen Beschluss des Sozial- und Generationenausschusses vom 28. April um. Das Gremium hatte ihn einstimmig aufgefordert, „einen eindringlichen Appell an die Zivilgesellschaft zu richten, mit dem Ziel, für die Finanzierung von Sprach- und Alphabetisierungskursen zu spenden.“

Mittel vor allem für Sprachkurse

„Ich bin froh, dass wir überparteilich ein Zeichen setzen“, sagte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Christian Zink, dessen Fraktion mit einem Antrag die Aktion initiiert hatte. Es sei wichtig, den Flüchtlingen, die ankommen, die Möglichkeit zu geben, die Sprache zu lernen, da es öffentliche Mittel für Integrationskurse erst gebe, wenn das Asylverfahren abgeschlossen sei. Die CDU-Vorsitzende Katja Trottnow drückte die Hoffnung aus, dass über die Sprachkurse ein Stein ins Rollen komme: Nehme einer an einem Kurs teil, profitierten auch die anderen Mitglieder seiner Familie oder Freunde davon. Volker Imlau, Vorsitzender der FWE betonte, dass Sprache der Schlüssel für Integration sei. „Für mich ist es ein persönliches Anliegen, eine adäquate Willkommenskultur zu schaffen“, meinte FDP-Vorsitzender Klaus Muck. Auch Bündnis 90/Die Grünen, die AfD, Die Linke und die Piratenpartei unterstützen den Aufruf.

Neben Sprachkursen sollen die eingehenden Gelder bei Bedarf auch für andere Zwecke eingesetzt werden. Dazu zählten Fahrtkosten, die auch für den Besuch von Sprachkursen anfielen, erklärte die städtische Flüchtlingsbetreuerin Sevinç Yildirim. Auch für Mitgliedsbeiträge oder die Anschaffung von Sportausrüstung würden Mittel benötigt. Ein Bürgerfest, wie es an der neuen städtischen Unterkunft in Hasperbach geplant ist, könnte unterstützt werden. „Das finde ich auch sehr wichtig, um die Bürger mitzunehmen“, so Grünen-Vorsitzender Olaf Eilert.

Die Spenden sollen denjenigen zu Gute kommen, die der Stadt als Flüchtlinge zugewiesen werden, erläuterte Hans-Georg Heller, Leiter des Fachbereichs Jugend und Soziales. Gespendet werden kann auf das Konto des Fördervereins Mehrgenerationenhaus, dessen Vorsitzender Heller ist. Der Verein stellt Spendenquittungen aus und leitet das Geld weiter. Über die Verwendung werde regelmäßig Rechenschaft abgelegt, sagte Wilhelm Wiggenhagen.