Auf dem Weg vom Talent zum Profi

Freuen sich auf den Talentwettbewerk G-Faktor: Citymanager Frank Manfrahs, Severin Kühl (Pop Divas), Organisator Robert Schiborr und Klaus Fiukowski vom Filmriss in Gevelsberg (von links).
Freuen sich auf den Talentwettbewerk G-Faktor: Citymanager Frank Manfrahs, Severin Kühl (Pop Divas), Organisator Robert Schiborr und Klaus Fiukowski vom Filmriss in Gevelsberg (von links).
Foto: WP

Gevelsberg..  Ein Junge mit der Stimme von Johnny Cash blickt zu Boden, versteckt sich förmlich hinter seiner Gitarre. Trotzdem gewinnt Maik Kuhn 2013 den Talent-Wettbewerb G-Faktor beim Straßenfest Boulevard. Ein Jahr später: Ein Teenager mit lässigem Cowboy-Hut geht heraus, feuert das Publikum an. Auch das ist Maik Kuhn. Er gewinnt den Schwelmer Song-Contest. 2015: Kuhn wird zu den Castings der TV-Show „The Voice of Germany“ eingeladen. Das ist es, was Robert Schiborr, Organisator von G-Faktor, meint, wenn er davon spricht: „Es ist schön, wenn man sieht, dass wir jungen Menschen weiterhelfen können.“ Nun startet die neue Runde von G-Faktor.

35 Teilnehmer haben sich im vergangenen Jahr beworben, die Anzahl wollen Jury-Mitglied Severine Kühl, City-Manager Frank Manfrahs, Klaus Fiukowski vom Filmriss und Schiborr auch in diesem Jahr erreichen. Wer sich bewerben möchte, der muss nur einen Anmeldebogen ausfüllen, keine Tonaufzeichnungen, Bilder oder Videos beilegen. Alles soll den jungen Nachwuchskünstlern so einfach wie möglich gemacht werden.

Start mit Castings

Die Kandidaten treffen sich zu zwei Castings am 27. April und 4. Mai – jeweils einem Montag – von 15.30 bis 17 Uhr, im Bürgerhaus Alte Johanneskirche, um ihre Stimmkraft zu beweisen. Eine finale Auswahl der Endteilnehmer wird es am Mittwoch, dem 13. Mai, im Filmriss-Kino geben. Die besten zehn bis zwölf Interpreten werden dann beim Gevelsberger Boulevard am 16. Mai auf die Bühne geschickt. „Das ist für die Kandidaten dann meist der erste große Auftritt und gleich vor einem großen Publikum, das das Straßenfest immer garantiert“, sagt Schiborr.

Und diesen Schritt in die Öffentlichkeit wollen die Talente, die mitmachen. Zu gewinnen gibt es bei G-Faktor eigentlich nur die Ehre. Aber, allein schon die Teilnahme garantiert es den Sängerinnen und Sängern, dass sie weiter ihre Kunst vor Zuschauern präsentieren können. „Wir stellen neue Kontakte her und helfen bei der Suche nach Partnern“, beschreibt es Schiborr.

Beim diesjährigen Frühlingsmarkt sind zum Beispiel vier Teilnehmer des G-Faktor-Wettbewerbs aufgetreten. „Dicke Trauben“ hätten sich vor ihnen gebildet. Das macht stolz, es macht Mut, weiter zu üben.

Nicht böse, aber deutliche Worte

Beim Stadtteilfest in Berge und vielen anderen der kleineren und größeren öffentlichen Partys in Gevelsberg waren Nachwuchskünstler dabei, die beim G-Faktor zum ersten Mal ihre Frau oder ihren Mann gestanden haben. Angst vor dem Casting brauchen die Kandidaten nicht zu haben. „Unsere Jury ist nicht so böse, wie man sie aus dem Fernsehsehen kennt“, scherzt Schiborr. Severine Kühl – Jury-Mitglied und selbst Sängerin bei den Pop-Divas – stellt aber auch klar: „Wenn es überhaupt nicht geht, dann sagen wir den Bewerbern auch, dass sie noch nicht so weit sind, um auf der Bühne zu bestehen.“ Man wolle auf keinen Fall, dass sich die jungen Talente vor dem Publikum blamieren. Andere Wettbewerbe schielen schon auf die Schadenfreude der Menschen, um den Unterhaltungswert zu steigern.

City-Manager Frank Manfrahs, der für die Planung, Organisation und Durchführung des Gevelsberger Boulevards mit verkaufsoffenem Sonntag verantwortlich ist, sieht in G-Faktor eine „mobile Art von Jugendförderung“. Es sei wichtig, dass sich die Jungen in der Stadt wohl fühlen. „Wir zeigen damit: Gevelsberg ist keine Alte-Leute-Stadt“, sagt Manfrahs. Und das will die Kommune auch noch über die eigenen Grenzen hinaus beweisen. Nicht nur Mädchen und Jungen aus Gevelsberg im Alter von zehn bis 20 Jahren können sich für den Wettbewerb bewerben, sie dürfen auch aus der Nachbarschaft und sogar aus der weiteren Umgebung kommen.

Manche Freundschaft geschlossen

Damit zurück zu Maik Kuhn. Der „deutsche Johnny Cash“, wie man ihn schon bezeichnet, wohnt in Witten. „So einen Wettbewerb gibt es bei uns nicht, das würde ich wissen“, sagt er. Und deshalb ist er nach Gevelsberg gereist, um – vielleicht – eine Karriere zu starten. Er kommt auch immer gerne wieder, wenn sich die G-Faktor-Finalisten treffen. So manche Freundschaft ist bei dem Wettbewerb in den vergangenen Jahren entstanden..