Auch ein Parkplatz kann ganz schön teuer sein

Die SPD-Fraktion traf sich mit Margit Hieber (2. von links) und Björn Remer (links), den zuständigen Experten der Stadtverwaltung, auf dem Parkplatz Weststraße, um über die Umgestaltung zu diskutieren.
Die SPD-Fraktion traf sich mit Margit Hieber (2. von links) und Björn Remer (links), den zuständigen Experten der Stadtverwaltung, auf dem Parkplatz Weststraße, um über die Umgestaltung zu diskutieren.
Foto: WP

Gevelsberg..  Mit leeren Kassen Politik zu machen, das ist nicht immer einfach. Die Gevelsberger Sozialdemokraten hatten in ihrem Kommunalwahlprogramm versprochen, den Parkplatz an der Weststraße hübsch zu machen. Er sollte sich nach einer Umgestaltung auch dazu eignen, hier, einen Steinwurf von der Innenstadt entfernt, Feste zu feiern. Dazu wird zum Beispiel eine Strom- und Wasserversorgung benötigt. Nun traf sich die SPD-Fraktion an Ort und Stelle, um mit Fachfrau Margit Hieber und dem zuständigen Fachgebietsleiter Björn Remer über die Einlösung des Wahlversprechens zu diskutieren.

Riesige Pfützen

Heute ist der Platz eigentlich zu schlecht, um ein Auto darauf abzustellen. Bei Regen bilden sich riesige Pfützen. Wer aus seinem Wagen aussteigt, bekommt nasse Füße. In den kalten Monaten werden aus den Pfützen auch noch gefährliche Eisflächen. Mit einem Kinderwagen oder einer Gehhilfe hier zum Auto zu kommen, ist auch ein Abenteuer. Das weiß auch der Fraktionsvorsitzende Gerd Vollmerhaus.

Auf die meisten der 120 Abstellplätze, die es im Augenblick gibt, wollen die Sozialdemokraten nicht verzichten. Eine Bebauung mit einem Supermarkt lehnen die SPD-Politiker erst einmal ab. Solche Pläne waren 2007 im Gespräch, wurden vom Stadtrat „mit einer denkbar knappen Mehrheit von einer Stimme“ aber abgelehnt, so Vollmerhaus. Das Gelände des ehemaligen Spatenherstellers Dahlmann werde, so die Argumentation, für die Menschen gebraucht, die mit dem Auto kommen und an der Mittelstraße einkaufen wollen.

Aber, auch einen ansehnlichen Parkplatz zu schaffen, ist nicht billig. Die Technischen Betriebe der Stadt, so Margit Hieber, hätten ausgerechnet, dass die Renovierung zwischen 125 und 150 Euro pro Quadratmeter kosten würde: „Das macht dann in der Summe 625 000 Euro,“ rechnete die Fachfrau zusammen. Selbst die reine Erneuerung der Asphaltdecke würde noch mit 30 Euro pro Quadratmeter zu Buche schlagen. Und bei den Berechnungen sei die Ableitung des Oberflächen-Wassers noch gar nicht berücksichtigt worden.

Bei solchen Summen gab es besorgte Gesichter bei den Sozialdemokraten. Woher nehmen? „Zuschüsse gibt es für den Bau von Parkplätzen nicht. Sie sind nicht förderungsfähig“, zerstörte Fachgebietsleiter Björn Remer Illusionen. Annette Bußmann regte an, nach Gartenbau-Betrieben zu suchen, die den Umbau sponsorn und im Gegenzug Werbung für ihr Unternehmen machen könnten. Das wird bereits in Hagen und bei Kreisverkehren in Sprockhövel praktiziert. Vielleicht, so überlegte die SPD-Fraktion laut weiter, würde auch erst einmal eine kleinere Lösung helfen: Den alten Asphalt gerade abschneiden und ein paar neue Bäume pflanzen. Hieber und Remer nahmen den Auftrag mit, die unterschiedlichsten Varianten durchrechnen zu lassen. Das würde einen Stufenplan zur Erfüllung des Wahlversprechens bedeuten.

Seit 1991 in der Diskussion

Die Diskussion über die Zukunft des Parkplatzes an der Weststraße wird übrigens bereits seit 1991 geführt. Beim letzten Entwurf, der im Rahmen der Umgestaltung der Mittelstraße entstanden ist, war ein begrünter Parkplatz mit einer Ruhe-Oase für Bürger im Gespräch. Nur: Wer soll das bezahlen?