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Arien in humoresker Abendrobe

09.02.2010 | 17:00 Uhr
Arien in humoresker Abendrobe

Ennepetal. Es mag das wahrscheinlich späteste Neujahrkonzert des laufen Jahres sein. Deswegen durfte man knapp einen Monat nach dem geplanten Auftritt des Gala-Ensembles „Pomp-A-Dur” nicht enttäuscht werden.

Und man konnte es auch nicht, wenn man sich dem feinsinnigen Humor ergab, der die fünf Damen in in Form des Tenors Stefan Lex begleitete.  Da das Wetter dem „Neujahrskonzert”, veranstaltet von der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld und der Stadt Ennepetal, dieses Mal keinen Strich durch die Rechnung machen konnte, zelebrierte Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen in der Aula des Reichenbach-Gymnasiums die ganz eigene Eröffnung der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 und machte gleichzeitig Werbung für weitere Veranstaltungen in diesem Rahmen in Ennepetal.

Mit viel Pomp für die Damen (so wie es schon das Wortspiel im Namen des Ensembles vermuten lässt) präsentierten sich die fünf glamouröser Robe und legten gleich mit einem slawisch anmutenden Tanz den Grundstein für ein Konzert zwischen technischer Virtuosität und inhaltlicher Leichtigkeit.

Die theatralische Komponente füllte Stefan Lex mit seinen kühl-humorvollen Moderationen und spielte seinen Vorteil besonders in den zahlreichen Oper- und Operettenstücken aus, die das Konzert maßgeblich bestimmten. Und irgendwie bekam man das Gefühl, dass Theater ein wesentlicher Bestandteil des Abends wurde, der die einerseits die Erwartungen an das Niveau hob und andererseits einem stupiden Vortrag ohne wesentlichen Zusammenhang entgegenwirkte.

Einfühlsamkeit wurde in keinster Weise vom Spaß getrennt, den dieses Ensemble versprühte. So wäre es nur schwer gewesen, den „Schwan” aus dem „Karneval der Tiere” mit einer inneren Ergriffenheit zu interpretieren, wie es die Cellistin Insa Schirmer mit einer beeindruckend eleganten Schwermut tat. Lex setzte währenddessen mit der Gastsopranistin Christiane Linke den sehnsüchtig-lustigen Kontrapunkt zu den feurigen Passagen der Instrumentalistinnen, von denen besonders die ungarische Violinistin Zsuzsa Debre, der die rasanten, haltlosen, slawischen Melodiekaskaden scheinbar schon in die Wiege gelegt wurden.

Mit einer großen Portion Selbstbewusstsein legten Lex und den bezaubernden Damen einen Höhepunkt nach dem anderen und spielten in den „Bravo”-lastigen Applaus hinein, mit der unterschwelligen Botschaft: „Das war noch nicht alles.”

Zwischen erregten Haltetönen, mit denen Linke das Publikum beglückte und einem außerordentlich konzentrierten und gehaltvollen Lex dessen visuelle Schwere sich schließlich in einen leichten Cancan wandelte und zum Schluss sogar mit den „Wiggenhagen Singers” (alias Wilhelm Wiggenhagen, Stefan Langhard, Sparkassenleiter Oliver Teske und Sparkassendirektor Bodo Bongen) in der Kulisse schunkelte.

Die Interpreten hinterließen nicht nur ein staunendes 350-Personen starkes Publikum inklusive vieler kommunalpolistischer Vertreter, das sich besonders begeistert von dem bunten Repertoire zeigte, das zum Mitsummen und Mitsingen anregte, sondern ein Gefühl innerer Zufriedenheit und Freude, das sich in dieser Kälte als freudiger Vorbote des kommenden Frühlings und zeigt.

Matthias Nowakowski

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