„Arche“ und „Sternenzelt“ im Herbst unter einem Dach

Schwelm..  Während Jonas unter Aufsicht von Erzieher Oliver Braag gekonnt einen Nagel nach dem anderen in einen Balken schlägt, baut Leonie gemeinsam mit ihrem Vater sogar ein ganzes Haus. Die Kindergarten-Kinder der evangelischen „Arche“ packen kräftig mit an und gehen so mit gutem Beispiel voran. Da sich die Einrichtung in der Blücherstraße nach wie vor im Bauzustand befindet, hat man sich der Situation angepasst und wandelte das Sommerfest am Samstag kurzerhand in ein „Baustellenfest“ um.

Neben den üblichen Angeboten wie Malen, Schminken und einer Hüpfburg standen diesmal bau- und handwerksspezifische Stationen auf dem Programm. So konnten sich die Junghandwerker am Nägelschlagen oder beim Sägen versuchen. Meistens waren es die Väter, die sich hierfür ihrem Nachwuchs annahmen, auch selbst zum Werkzeug griffen und über einen möglichst idealen Arbeitswinkel fachsimpelten. Außerdem galt es mit Hilfe von Bananenkisten so schnell wie möglich „Hochhäuser“ zu errichten. Auch die Eltern wurden in die Bauaktivitäten eingebunden und wetteiferten in spannenden Schubkarren-Rennen. Natürlich durfte an diesem erlebnisreichen Tag auch „Bob, der Baumeister“ als treues Maskottchen des Baunachwuchses nicht fehlen.

Um den Baustellencharakter zu verstärken, hatten die Erzieher vorab überall auf dem gesamten Gelände mit Flatterband „dekoriert“. Neben den 85 Familien der „Arche“ und der einzugliedernden Kita „Sternenzelt“ hatte man auch Nachbarn und die Senioren des angrenzenden Feierabendhauses eingeladen.

Nachdem es pünktlich zum Festbeginn, auch dank Anstimmen eines Sonnenliedes, aufgehört hatte zu regnen, folgten dann die erhofften Besucherströme und ließen Jung und Älter bei Kaffee und Kuchen einen sonnigen Familiennachmittag verleben. Mittendrin die talentierten Nachwuchs-Handwerker, die Großeltern und Verwandten voller Stolz ihre Baukreationen präsentierten.

Dennoch soll das Leben auf einer Baustelle für die Kita möglichst bald ein Ende finden und die Zusammenlegung der ev. Kitas „Arche und „Sternenzelt“ näherrücken lassen. „Die Arbeiten liegen gut im Zeitplan. Wir hoffen, dass im Herbst alles fertig ist“, informiert Einrichtungsleiterin Birgit von der Mühlen, dass auch die großen Handwerker ähnlich fleißig gewesen seien wie der Baunachwuchs. So sei man grade mit dem Rohbau fertig und können nun mit dem Innenausbau beginnen, ergänzt die Leiterin. Der U3-gerechte Anbau wird einen weiteren Gruppenraum, drei Nebenräume, Schlafräume und einen Bewegungsraum bieten.

Asylbewerber in Ex-Kindergarten

Während die aktuelle Sternenzelt-Gruppe im jetzigen Arche-Gebäudeteil unterkommen soll, ziehen die Arche-Kinder in den Neubau um. Was aus dem Gebäude der „Sternenzelt“ am Oberloh werden soll, wisse die Kirchengemeinde noch nicht, doch wolle man es wahrscheinlich in einer anderen Funktion weiternutzen, verrät von der Mühlen. Die ursprüngliche Westfalendamm-Einrichtung der nun „Am Brunnen“ beheimateten Regenbogen-Kindertagesstätte der Kirchengemeinde sei indes als städtische Unterkunft für Flüchtlingsfamilien im Gespräch.