Arbeiten in der Natur als Schulfach

Gevelsberg..  Manchmal muss man einfach auch Glück haben. Und davon hatten die Schüler der Hasencleverschule gestern eine ganze Menge. Statt in der Schule zu sitzen, durften sie bei strahlendem Sonnenschein draußen sein und brachten die Naturspielfläche Hellerfeld auf Vordermann.

Eine Aktion, die den Jungen und Mädchen nicht nur Spaß machte, sondern auch eine große Rolle im pädagogischen Konzept spielt.

Lehrer René Hülshorst freut sich, dass die Jugendlichen mit Eifer bei der Sache sind. „Wer in der Natur arbeitet, der sieht auch schnell Ergebnisse.“ Das wiederum sei sehr motivierend. Seit sechs Jahren arbeitet die Förderschule mit dem „Lernort Natur, Hegering Gevelsberg“ zusammen, hat damals eine Waldjugend-AG ins Leben gerufen. Eine Kooperation, die aus mehreren Gründen fruchtbar ist. Die Schüler können im Rahmen der Berufsorientierung die sogenannten grünen Berufe wie Forstarbeiter oder Garten- und Landschaftsbauer kennen lernen. Sie arbeiten mit Werkzeugen, werden von ausgebildeten Fachleuten dabei begleitet.

Praktische Berufserfahrung

Außerdem können die Jugendlichen praktische Arbeitserfahrung sammeln, erklärt Hülshorst. Ein wichtiger Aspekt im Rahmen der schulischen Bildung.

Zur Waldjugend-AG der achten und neunten Klasse gehört ein zweiwöchiges Praktikum im Wald, danach gibt es Praktikumstage, auch zusätzliche Aktionen wie diese am Hellerfeld gehören mittlerweile zum Programm, das kontinuierlich erweitert wird. Auch die Stadt ist mit im Boot, die Technischen Betriebe, der Bürgergarten und das Jugendzentrum.

Hand in Hand arbeiteten gestern die Jugendlichen und Erwachsenen am Hellerfeld. Alte Weidenstränge wurden aus den Tippis und Rundbögen rausgelöst, neue Äste wieder eingeflochten, damit vor allem die Jungen und Mädchen aus dem Stefansbachtal noch lange etwas von dem Gelände hinter der ehemaligen Firma Peddinghaus haben. „Wenn Jugendliche für Jugendliche etwas machen, dann wird das mehr geschätzt“, weiß Stefanie Bentz-Beckman aus Erfahrung. Vandalismusschäden seien dadurch weniger geworden. Auch das Verständnis für die Natur würde durch solche Aktionen wachsen. Die Leiterin der Waldstation sieht in solchen Aktionen einen großen Nutzen für die Jugendlichen und vor allem einen pädagogischen Effekt. Und die Schüler haben eine gute Möglichkeit, in das Berufsleben reinzuschnuppern. Aber nicht nur bei Sonnenschein.