Anrainer geben Ibach-Steg noch nicht verloren

Der Ibach-Steg über die Bahnlinie, die Fußgängerverbindung zwischen Markgrafenstraße und Nordstraße/Loher Straße, soll wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Die Vermögensverwaltung Vits setzt sich für die Rettung des Bauwerks ein.
Der Ibach-Steg über die Bahnlinie, die Fußgängerverbindung zwischen Markgrafenstraße und Nordstraße/Loher Straße, soll wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Die Vermögensverwaltung Vits setzt sich für die Rettung des Bauwerks ein.
Foto: WP

Schwelm..  Die Privatleute um den Schwelmer Unternehmer Dr. Hans-Joachim Vits haben die Rettung des seit Jahren gesperrten Ibach-Stegs noch nicht aufgegeben. Doch die Zukunft des Brückenbauwerks steht weiterhin auf des Messers Schneide. Die Anrainer stehen auch weiterhin zu ihrer Zusage, sich an den Sanierungskosten der Fußgängerbrücke über die Bahnlinie, die die Märkische Straße mit der Nordstraße/Loher Straße verbindet, zu beteiligen. Doch nun sei die Stadtverwaltung am Zuge, sagt der Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Vits.

Abrisskosten betragen 100000 Euro

Weil das Brückenbauwerk stark sanierungsbedürftig ist, wollte es die Stadt schon vor fast vier Jahren abreißen lassen. So jedenfalls lautete der Vorschlag der Verwaltung, wie es in einer Vorlage für die Politik nachzulesen ist. In dem Papier für die Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (AUS) vom 9. März 2010 wurden damals Details genannt. Danach hatten die Technischen Betriebe Schwelm (TBS) den Sanierungsaufwand auf insgesamt 420 000 Euro beziffert. Ein Abriss der Brücke sollte 100 000 Euro kosten, wovon die Deutsche Bahn 50 000 Euro getragen hätte.

„Wir bemühen uns immer noch um eine Lösung“, so Dr. Vits. Zwischenzeitlich haben die Brückenretter einen Experten zu Rate gezogen, der die Kosten für die Brückeninstandsetzung auf rund 330 000 Euro ansetzt. Sanierungsbedürftig seien vor allen die beiden Treppenanlagen und die Brückenlager, sagt Dr. Vits. „Wir suchen noch nach billigeren Lösungen. Es gibt Angebote, wir sind auch noch nicht mit unseren Möglichkeiten am Ende.“ Von Seiten der Stadt wünschen sich die Anlieger mehr Unterstützung. „Die Stadt hat uns einen städtebaulichen Vertrag in Aussicht gestellt. Wir wünschen uns aus dem Rathaus konkrete Vorschläge, wie man eine private Sanierung rechtlich einwandfrei vertraglich regeln kann.“

Die Mühlen von öffentlichen Verwaltungen mahlen bekanntlich langsam. Im Fall des Ibach-Stegs ist die Brücke bereits vor Jahren für die Fußgänger gesperrt worden. Von seinen Bürofenstern aus hat Dr. Vits die Brücke im Blick. „Fast täglich wird die Absperrung überklettert“, hat er beobachtet. Bereits vor Jahren hätten die Anlieger der Loher Straße und Nordstraße ihre Bereitschaft erklärt, sich an den Kosten zu beteiligen. „Das sich Privatleute einsetzen, sollte der Stadt ein Signal sein. Es zeigt das Interesse der Anwohner.“ Doch auf kreative Vorschläge seitens der Verwaltung wartet Dr. Vits bisher vergebens. „Es ist leicht, zu sagen, ihr zahlt alles. Ansonsten wird abgerissen“, so Dr. Vits. Mit dem Millionenprojekt Zentraler Omnibus-Bahnhof (ZOB) habe sich das Bild des Schwelmer Bahnhofs verändert und er an Attraktivität gewonnen. Dr. Vits sieht nun „weiteres Potenzial für mehr Leute, die die Brücke nutzen würden“. Zwei Zählungen durch die Stadt hätten damals ergeben, dass rund 330 Menschen pro Tag die Brücke nutzen würden.

Brückenretter Dr. Vits sieht den Ibach-Steg als „ganz wichtige Verbindung an“, hofft weiter auf Gesprächsbereitschaft bei der Stadt Schwelm und verspricht: „Wir bleiben an dem Thema dran. Doch wir werden sicherlich ganz hektisch, wenn wir merken, das der Abrissbagger kommt.“