Anklage wegen Vortäuschung einer Straftat

Schwelm..  Die eigentliche Sachlage vor dem Schwelmer Strafgericht war klar. Am 11. April vergangenen Jahres verunfallte ein 41-jähriger Kreisstädter mit seinem VW Polo. Doch am nächsten Tag rief er die Polizei und gab zu Protokoll, ein Unbekannter sei in seine Wohnung eingebrochen, habe den Autoschlüssel und damit den Wagen gestohlen und den Unfall begangen. Von vornherein war klar, dass dies nicht der Wahrheit entsprach. Daher fand sich der 41-Jährige nun wegen „Vortäuschens einer Straftat“ auf der Anklagebank wieder.

Einstellung des Verfahrens

Nicht alleine saß er dort, begleitet wurde der Schwelmer von seinem Verteidiger Jörg Kartenberg und seinem gesetzlichen Betreuer Lothar Kumutat. Letzterer wurde bereits vor sechs Jahren für den Kreisstädter gerichtlich bestellt. Der so genannte „Vormund“ zu dem Vorwurf: „Der Angeklagte leidet nach fach-psychologischem Gutachten von Prof. Dr. Wolfgang Kügler an einer mittelschweren, geistigen Behinderung, zu der Depressionen und Instabilität in Stresssituationen gehört. Fazit: So etwas, wie seinen eigenen Unfall kann er nicht verkraften und sucht Auswege.“

Betreuer und Verteidiger waren sich einig: „Der Angeklagte kann nicht vernommen werden. Das schafft er intellektuell gar nicht.“ Auf Vorschlag von Rechtsanwalt Kartenberg wurde das Verfahren mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft ohne weitere Auflagen eingestellt.

Mit der Tatsache, dass der 41-Jährige überhaupt noch über einen Führerschein verfügt, wird sich die Straßenverkehrsbehörde beschäftigen müssen.