Angeklagter wirkt „kindlich“

Mit Blumen, Kerzen und einem Banner, auf dem Freunde Abschied nehmen können, trauern Verwandte und Freunde auf dem Vendômer Platz um das 17-jährige Opfer.
Mit Blumen, Kerzen und einem Banner, auf dem Freunde Abschied nehmen können, trauern Verwandte und Freunde auf dem Vendômer Platz um das 17-jährige Opfer.
Foto: WP

Gevelsberg..  Es gibt weiterhin nur wenig Bewegung im seit Januar andauernden Verfahren um einen 21-jährigen Gevelsberger, der einen Jungen so heftig mit der Faust geschlagen haben soll, dass er kurz darauf starb. Der Faustschlag hatte offenbar beim 17-jährigen Verstorbenen zu einer so unnatürlichen, extremen Drehung des Kopfes geführt, dass eine Arterie im Hirnstamm riss.

Am Freitag legten die Verfahrensbeteiligten erneut einen kurzen Termin ein, um das weitere Vorgehen und zwei Termine zu besprechen. Das Verfahren soll nun am 5. Mai mit dem psychiatrischen Gutachten fortgesetzt werden. Das Gutachten soll klären, ob der junge Mann schuldfähig ist und ob er in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden muss. Seit gut sechs Wochen befindet sich der junge Gevelsberger in einer Wohngruppe. Dort hat er zwei Wochen lang eine Entwöhnungstherapie gemacht, um vom Kiffen und dem Alkohol loszukommen. Sein dortiger Therapeut berichtete im Zeugenstand von den Fortschritten des Gevelsbergers.

Gedanken über die Folgen

Und er schilderte auch, dass der Angeklagte „sehr kindlich“, fast noch pubertär wirke. Er bemühe sich, in der Gruppe mitzumachen. Aber über die Tat will er aus Scham nicht sprechen, so der Therapeut. „Er macht sich allerdings viele Gedanken über die Folgen des Schlages. In der Gruppe tritt er nicht prahlerisch auf. Man kann sagen, er ist angemessen beschämt über die Folgen des Schlages“, beschrieb der Therapeut die Verfassung des jungen Gevelsbergers.

Am übernächsten Termin am 20. Mai soll das langwierige Verfahren seinen Abschluss finden. Dann sind Plädoyers und das Urteil geplant.