An einer Katastrophe vorbei
13.03.2009 | 20:15 Uhr 2009-03-13T20:15:00+0100
Ennepetal. Fassungslosigkeit, Ungläubigkeit, Entsetzen, Erleichterung: Die Schüler und Lehrer des Reichenbach-Gymnasiums gingen Freitag durch ein Wechselbad der Gefühle, nachdem sie die genaueren Umstände der Verhaftung ihres Mitschülers K. erfuhren.
Er steht im Verdacht, das RGE am 20. April in die Luft sprengen zu wollen.
Es war ein offenes Geheimnis an der Schule, dass der im August 2007 von der Schwelmer Realschule ans RGE gewechselte 17-Jährige eine Vorgeschichte hatte. In der Nachbarstadt bedrohte er einen Lehrer so massiv, dass er sich einer stationären psychiatrischen Therapie unterziehen musste. Auch seine damaligen Mitschüler habe er in Angst und Schrecken versetzt, wie eine Mutter gestern der WP erzählte. Das sei so weit gegangen, dass „sich alle in der Nähe der Tür platzieren wollten, damit sie im Ernstfall schnell flüchten konnten”. Und: „Wir hatten immer Angst, dass er wiederkommen würde.”
Schüler des Reichenbach-Gymnasiums berichteten, dass der Zwölftklässler übers Bombenbauen geredet habe. Einmal sei er von einem silbernen Koffer, den ein Schüler mit sich trug, ganz fasziniert gewesen. Da könne man ja auch noch ganz andere Dinge drin verstauen, habe er gesagt. Tatsächlich fand die Polizei bei der Durchsuchung seines Zimmers in Schwelm am Donnerstag einen solchen silbernen Koffer - gefüllt mit Gegenständen, die zum Bau einer Bombe geeignet waren.
An einem Computer in der Bibliothek des Reichenbach-Gymnasiums recherchierte K. noch in dieser Woche die Anleitung zum Basteln einer Bombe. Diesen Hinweis gab eine Lehrerin der Polizei. Zuvor hatte sich bereits am Montag eine besorgte Mutter der Polizei anvertraut. „Daraufhin haben wir den Hintergrund des jungen Mannes durchleuchtet”, berichtete Polizeichef Klaus Noske gestern Mittag bei einer Pressekonferenz im Schwelmer Kreishaus. Die Hinweise auf eine bevorstehende Straftat verdichteten sich, als sich der Amoklauf im schwäbischen Winnenden ereignete. Der Schwelmer hatte angekündigt, am 20. April - dem 120. Hitler-Geburtstag und 10. Jahrestag der Columbine-Highschool - zuzuschlagen. Ein Mitschüler berichtete der WP, dass der mutmaßliche Amokläufer einer Bekannten in den Kalender geschrieben habe, sie solle an diesem Tag nicht zur Schule gehen.
Wie berichtet, verhaftete die Polizei K. am Donnerstag gegen 13 Uhr im Unterricht. Der WP berichtete ein Augenzeuge, der Junge sei in Handschellen zum Streifenwagen gebracht worden.
Nachdem ein Richter eine Wohnungsdurchsuchung genehmigt hatte, fanden die Beamten neben allerlei echten und gefälschten Waffen sowie Chemikalien (siehe Berichte an anderer Stelle) auch gewaltverherrlichende Videos. „Die habe er sich in England besorgt”, gab der 17-Jährige bei seiner Vernehmung zu Protokoll. Auf die Frage, ob er das alles seinen Eltern verheimlichte und wenn ja, wie er das machen konnte, gab es bei der gestrigen Pressekonferenz keine Antwort.
Der Schwelmer stritt bei seiner Vernehmung die angekündigte Amoktat ab. Inzwischen befindet er sich in einer Psychiatrie.
Bürgermeister Michael Eckhardt war gestern „froh und glücklich, dass eine Katastrophe an uns vorbei gegangen ist. Mein besonderer Dank gilt den Schülern und Eltern, die Zivilcourage gezeigt haben und den Stein ins Rollen brachten.” Ihnen gelte sein großer Dank und Anerkennung. Eckhardt teilte mit, dass die Stadt ihr Fachpersonal und zusätzliche Unterstützung unbürokratisch bereitstellen würde, sofern die Schule dies wünsche.
12:47
ich weis das er 4 wochen in einer psychatrie is.
dann ist er ja pünktlich zum 20.aprill wieder da....:(
11:36
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12:58
Vielen Dank für den Hinweis.
Wir haben die entsprechende Passage inzwischen korrigiert.
Grüße,
Stefan Kober
10:13
Also für alle die es Interessiert: Informationen zu Adolf Hitler:
geboren am 20.4.1889 in Braunau am Inn, Österreich-Ungarn.
Der Österreichische Gefreite wäre also (2009 minus 1889 ergibt) 120 Jahre alt geworden (was er Gott sei Dank nicht ist.)
Ich dachte, dass interessiert vielleicht wen...
07:52
Man kann nur hoffen, das es eine -geschlossene Psychatrie ist. Es könnte ja sein, daß der junge Mann - gerade am 20. April - Hafturlaub bekommt. -- Was dann ??????