Als Asbecker Steinbeile schwangen

In der Kleingartenanlage Gut Grün wurden die Spuren der ersten Asbecker entdeckt.
In der Kleingartenanlage Gut Grün wurden die Spuren der ersten Asbecker entdeckt.
Foto: www.blossey.eu

Gevelsberg..  Im Rahmen der Reihe Gevelsberger Geschichte(n), konnte erstmalig auch die Geschichte der Gemeinde Asbeck durch Wido Meister niedergeschrieben werden. Die Chronik umfasst einen Zeitraum von 2000 bis 5000 v. Chr. bis zum Jahre 1996. Das ermöglicht heimathistorisch interessierten Bürgern die Geschichte von Asbeck nachzulesen.

Fund in Kleingartenanlage

Die Chronik ist jedoch nicht lückenlos, da es nur fragmentarisch Überlieferungen gibt. Dennoch konnten viele Informationen zusammengetragen werden. Beispielsweise wurde das Asbecker Gebiet circa 2000 bis 5000 vor Christus das erste Mal von Menschen betreten. Dies beweist der Fund eines Steinbeils in der Kleingartenanlage „Gut Grün“ im Jahr 1985.

Jahrhunderte lang gab es keine weiteren Informationen. Erst im 12./13. Jahrhundert nach Christus zeigen Überreste einer frühzeitlichen Eisengewinnung an der Iserbecke sowie am Hedtberger Bach weitere menschliche Aktivitäten. Zusätzlich findet man ab 1220 immer wieder Einträge und Informationen über die Gemeinde. Dabei gibt es unter anderem Angaben zu verschenkten Gütern, Hungersnöten sowie dem Bau des unter Denkmalschutz stehenden Gut Sundern im Jahre 1779. Auch die Besatzungszeit durch Napoleon Bonaparte von circa 1807 bis 1813 und die dadurch hervorgerufenen Veränderungen in Asbeck kann man nachlesen sowie die anschließende Neuordnung und Veränderung durch die preußische Regierung. Auch die Entwicklung der Einwohnerzahlen und dem Bau der ersten Asbecker Schule im Jahr 1861 kann man verfolgen.

Aber die Chronik zeigt neben der frühzeitlichen Geschichte natürlich auch aktuellere Informationen zu Asbeck. Zum Beispiel wurden in dem sehr ländlich geprägten Asbeck 1907 Maßnahmen zur Verbesserung der Ertragskraft der Wiesengrundstücke durchgeführt, 1908 ein neues Schulgebäude eingeweiht und 1910 ein evangelischer Frauenverein gegründet. Auch die örtlichen Entwicklungen während des ersten und zweiten Weltkrieges sind teilweise nachlesbar. Die Kriegerfamilien im ersten Weltkrieg wurden 1914 beispielsweise durch die Fürsorge der Gemeinde unterstützt und 1939 im zweiten Weltkrieg war ein Kriegsbeitrag abzuführen. Zudem gab es 1945 kurz vor Kriegsende einen Zwischenfall bei dem eine Flakeinheit von Gevelsberg an einem Lager der Russen vorbei fuhr. Die Russen versuchten den Zug anzuhalten und wurden erschossen.

Aber auch unabhängig vom Krieg gibt es wissenswerte Fakten. Zum Beispiel bemühte sich Gevelsberg schon 1926 um die Eingemeindung, Asbeck war aber nicht einverstanden. Und als der Ennepe-Ruhr-Kreis 1929 gegründet wurde, gehörte Asbeck fortan dazu.

Insgesamt gesehen entwickelte Asbeck sich stets weiter. Zeichen dafür waren unter anderem auch die Gründung des Sportverein SuS Asbeck im Jahr 1931 und die der Freiwillige Feuerwehr 1935. Zudem erreichte die Gemeinde bezüglich der Einwohnerzahl im Jahr 1955 erstmalig die Zahl 500. Währenddessen war Asbeck noch immer eine eigenständige Gemeinde. Erst durch das Gesetz zur Neugliederung des Ennepe-Ruhr-Kreises 1969 wurde fesgelegt, dass Asbeck nach Gevelsberg eingemeindet wurde. Nur ein kleines Randgebiet sollte an Sprockhövel gehen.

Eingemeindung im Jahr 1970

Letztlich trat die Eingemeindung dann am 1. Januar 1970 in Kraft. Als Besonderheit ist noch der Bebauungsplan für den Dorfkern in Asbeck 1996 zu erwähnen. Dadurch sollte der ländlichen Charakter des Ortsteils beibehalten werden, ohne sinnvolle Entwicklungen zu hemmen. Letztendlich hat der Plan wirklich dazu geführt, dass Asbeck bis heute der einzige Ortsteil Gevelsbergs ist, dessen ländlicher Charakter noch erhalten geblieben ist.