Alles andere als Abschiedsparty am Vogelsang

Die Wirtsleute Dimitra und Spiridon Tsiokas übergeben die Leitung des Restaurants und Hotels Am Vogelsanf in Gevelsberg an Olga Gellert-Kasch (Mitte).
Die Wirtsleute Dimitra und Spiridon Tsiokas übergeben die Leitung des Restaurants und Hotels Am Vogelsanf in Gevelsberg an Olga Gellert-Kasch (Mitte).
Foto: WP

Gevelsberg..  Er ist wohl der bekannteste Grieche in Gevelsberg. Spiridon Tsiokas und seine Frau Dimitra wollen danke sagen. Die beiden laden Gäste, Freunde, Bekannte, Kollgen und Lieferanten in das Hotel Am Vogelsang ein. Bei Häppchen, Getränken und Live-Musik aus Griechenland wird am Samstag, dem 31. Januar, ab 18 Uhr, aufmehr als 22 schöne Jahre angestoßen. Am 1. Februar wird dann offiziell vollzogen, was praktisch schon geschehen ist. Das traditionsreiche Haus wird von Olga Gellert-Kasch, langjährige Mitarbeiterin und Vertraute der Familie Tsiokas, übernommen.

Im Jahr 1993 übernommen

Es wird alles andere als eine Abschiedsparty werden, versichern allle drei Gastgeber. Dimitra und Spiridon Tsiokas wollen ihrem Gevelsberg keinesfalls den Rücken kehren. „Die Gäste werden die beiden auch öfters bei uns im Restaurant treffen“, freut sich Olga Gellert-Kasch über die angekündigte Unterstützung.

Als Wirte startete das Ehepaar Tsiokas in Ennepetal, übernahm später die „Schützenburg“ in Gevelsberg und wechselte 1993 zum Hotel „Am Vogelsang“. Eine lange Zeit in der Gastronomie. Wer so viel Herzblut in ein Unternehmen steckt, der macht es sich nicht leicht, einen Nachfolger zu finden. Für Dimitra und Spiridon Tsiokas ist Olga Gellert-Kasch die Idealbesetzung. Gefunden haben die beiden Wirtsleute sie sozusagen in den eigenen Reihen. Als die Gesundheit der heute 52 Jahre alten Dimitra Tsiokas das Signal gab, mehr auf sich zu achten, kam die gelernte Hotelfachfrau Olga Gellert-Kasch vor fünf Jahren in das Team, das von ihr nun übernommen wird: „Keiner wird ausscheiden. Wir werden auch keinen einzigen Tag wegen der Übergabe schließen. Wir bleiben hier wohnen und können im Notfall, wenn zuviel Arbeit ist, auch anpacken“, versichern Dimitra und Spiridon Tsiokas. Nun hat das Ehepaar aber mehr Zeit, sich um die Enkel zu kümmern oder in ihre angestammte Heimat nach Griechenland zu reisen.

Mitbegründer von „Hellas“

Jahrzehntelang haben die Eheleute nicht nur die Gevelsberger und ihre Gäste bewirtet. Sie haben sich auch stark für ihre Heimat engagiert. Spiridon Tsiokas setzt sich für die Integration der Menschen mit Wurzeln im Ausland ein. 1990 zählte er zu den Mitgründern des Vereins „Hellas“, dessen Vorsitzender er seitdem ist. Die Beziehungen der großen griechischen Bevölkerungsgruppe zu den Deutschen auszubauen, aber auch den Kindern die griechische Kultur beizubringen, streben er und seine Mitstreiter an. „Integration ist für mich, die Gesetze und Bräuche zu respektieren, ohne dabei seine Identität zu verlieren“, so Tsiokas. Er hat dazu beigetragen, dass Griechenland nicht nur kulinarisch in Gevelsberg eine Heimat hat.