Alles abgekippt, was im Wege war

Auffälliges Farbenspiel am Wittenstein. Sicherlich können sich ältere Mitmenschen auch noch erinnern, dass sich neben der besagten Verbindungsstraße vom Heilenbeckertal nach Rüggeberg ein wunderschönes grünes und auffallend tiefes Tal mit dem Bachlauf befand. Irgendwann in den 60er, 70er Jahren wurde dieses schöne Tal plötzlich abgezäunt und es entstand eine riesige Müllkippe der Stadt Ennepetal mit einer angestellten Aufsichtsperson.

Schrittweise wurde das Tal nun über viele Jahre aus Richtung Rüggeberg bis fast zur Heilenbecker Straße mit allem erdenklichen Müll zugeschüttet und irgendwann mit einer Erdschicht überzogen.


Da ich in der Nähe geboren und aufgewachsen bin, war die „Kippe“ für uns Kinder ein „beliebter Spielplatz“. Täglich kamen jede Menge Lastwagen und andere Fahrzeuge zum Abkippen und es gab immer viel Neues zu entdecken. Aus Holz und Blech bauten wir unsere „Buden“ im angrenzenden Wald und zerlegten dort alte Radios und diverse Elektrogeräte, um das Kupfer beim Schrotthändler zu verkaufen.


Nun zum Farbenspiel:

Als sehr naturverbundenes Kind habe ich mir schon damals Gedanken gemacht, was wohl passiert, wenn dieses ganze Zeug hier mal verrottet und durch den Bach in die Heilenbecke zu meinen geliebten Flusskrebsen und Forellen gelangt.


Es wurde damals dort einfach alles abgekippt, was im Wege war. Neben dem Hausmüll und Plastik erinnere ich mich z.B. an unzählige Flaschen, Dosen, Eimer und auch Fässer mit undefinierbaren Inhalten. Durch den Beginn der „Wirtschaftswunderjahre“ kamen mit dem Sperrmüll mengenweise komplette Wohnungseinrichtungen inklusive Radio und Fernsehgeräten. Oft brannte es an manchen Stellen und es stank bestialisch.


Heute fahre ich fast wöchentlich mit meinem Mountainbike an dem „farbenfrohen Bach“ vorbei, um über den Parkplatz auf der alten Müllkippe auf den herrlichen Rundweg nach Homberge zu gelangen. Was sich dabei in meinem Kopf abspielt, kann man wohl erahnen.