Alle werben für mehr Zusammenhalt

Ehrung der Jubilare: Gerd Philipp (Fraktionsvorsitzender), Walter Bürger (25 Jahre), Olaf Schade (Fraktionsvorsitzender SPD im Kreistag), Carina Stobbe (10 Jahre), Stadtverbandsvorsitzender Frank Grunewald, Dr. Ralf Bleicher (25 Jahre), und Bürgermeister Jochen Stobbe (von links).
Ehrung der Jubilare: Gerd Philipp (Fraktionsvorsitzender), Walter Bürger (25 Jahre), Olaf Schade (Fraktionsvorsitzender SPD im Kreistag), Carina Stobbe (10 Jahre), Stadtverbandsvorsitzender Frank Grunewald, Dr. Ralf Bleicher (25 Jahre), und Bürgermeister Jochen Stobbe (von links).
Foto: WP

Schwelm..  Der gestrige Neujahrsempfang der SPD im Ibachhaus, lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Werbung für mehr Zusammenhalt – in der Politik, in der Kreisstadt generell und gegen extremistische Tendenzen. Forderungen, die eingebettet waren in seichte Musik, leckeres Essen, zwanglosen Gesprächen und der Ehrung verdienter Mitglieder.

Ortsverbandsvorsitzender Frank Grunewald begrüßte die Gäste mit einem „Prost auf 58332“. Es dauerte ein wenig, bis die etwa 100 Gäste aus Politik, Gesellschaft und Vereinen die Verbindung zur Schwelmer Postleitzahl gezogen hatten, bevor Grunewald auf die aktuelle Situation einging und zunächst die Stellungnahme der türkisch-islamischen Gemeinde DiTiB am vergangenen Freitag in der Redaktion dieser Zeitung in Erinnerung rief. „Wir waren alle gleichermaßen ergriffen. In einer solchen Stadt ist kein Platz für Hass und Gewalt“, sagte er und hob anschließend das Positive, das die Kreisstadt ausmacht, hervor: „Wir wissen, was wir an unserer Stadt haben.“

Christentum und Islam im Wechsel

Anschließend übergab er das Wort an Bürgermeister Jochen Stobbe, der die konkreten politischen Themen streifte und hob vor allem auf den Umgang miteinander ab. „Was passiert in den Köpfen der Menschen, die uns gewählt haben, wenn wir uns so präsentieren, wie wir uns präsentieren?“, fragte er und appellierte an die Politiker, wieder näher an die Menschen dieser Stadt zu rücken.

Ganz ohne Politik kam er im Angesicht der aktuellen Haushaltssituation allerdings doch nicht aus. Er können nicht voraussagen, wie die Entscheidung über den Haushalt am kommenden Donnerstag im Stadtrat ausfalle. „Ich wünsche mir, dass wir in diesem Jahr weiter nach vorne gehen, ohne durch den Beauftragten der Bezirksregierung drittbestimmt zu sein“, sagte er und zog die Verbindung zum weltweiten Thema islamistischer Terror: „Auch hier müssen wir lernen, miteinander umzugehen.“

Daran knüpften Klaus Hufnagel und Yousouf Kis in hervorragender Weise an. Im Wechsel sprachen sie für das Christentum und den Islam, warben im Angesicht des Terrorakts auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ für Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, das Recht auf Komik und Satire.

Zusammenarbeit intensivieren

Dieses Thema schnitt auch Olaf Schade ein, der als Vorsitzender die besten Neujahrsgrüße der Kreistagsfraktion überbrachte. Er schrieb mit Blick auf eine aus seiner Sicht sachorientiertere politische Arbeitsweise den Schwelmern ins Hausaufgabenheft, dass sie ihre Zusammenarbeit intensivieren sollen. „Natürlich haben auch wir unterschiedliche Auffassungen, aber im Kreis spüre ich, dass alle an einem Strang ziehen. Schwelm ist eine schöne Stadt, in der Leute leben wollen, in der sie Zusammenhalt spüren wollen. Es ist doch toll, wenn man nicht durch die Fußgängerzone gehen kann, ohne jemanden zu treffen.“

Lebendige Stadt lautet das Ziel

Zuletzt sprach der SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt Schwelm, Gerd Philipp über die aktuelle Haushaltsdebatte. „Seit ich im Jahr 1997 meine Ratstätigkeit aufgenommen habe, kenne ich nur Sparhaushalte“, begann er. Er und seine SPD stünden dafür, keine weiteren freiwilligen Leistungen zu kürzen. „Bäder, Musikschule, Bücherei schließen und das Haus Martfeld verkaufen – das will niemand“, sagte Philipp. Es sei klar, dass weiter gespart werden müsse und dass auch in den folgenden Jahre große Aufgaben auf die Lokalpolitiker zukämen, wenn es darum gehen werde, ausgeglichene Haushalte vorzustellen, „aber zuvorderst wollen wir eine lebendige Stadt haben.“

Zudem ehrten Jochen Stobbe und Olaf Schade noch einige Jubilare. Dr. Ralf Bleicher und Ulrich Bürger sind neben einige anderen, die gestern leider verhindert waren, seit 25 Jahren in der SPD, Bürgermeistergattin Carina Stobbe, seit zehn Jahren. Sie erhielten eine Urkunde und Blumen.

Z Wenn ich in anderen Städten bin, fragen mich die Leute: „Was ist denn bei Euch eigentlich schon wieder los?“

Z Niemand möchte Steuersätze anheben, aber wir müssen auch die Enden beisammen bekommen.

Z Ich selbst bin Schwelmer mit Migrationshintergrund. Ich komme aus dem nördlichen Ruhrgebiet.

Z Wir sind eine positive Stadt und stoßen im Gegensatz zum Magneten das Negative ab.

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