Alarmstufe Rot in unserem Keller

Wir haben die Flucht ergriffen und kulinarisches Asyl in unserem Keller erhalten. In unserer Küche regieren seit Wochen nicht mehr Schweinebraten und Sauerkraut, sondern die Handwerker.

Nicht, dass ich etwas zu meckern hätte. Meine nicht nur deshalb innig geliebte Ehefrau beherrscht das Improvisationstheater am Herd perfekt. Neben der Waschmaschine hat sie einen Zwei-Platten-Kocher aufgestellt. Die Mikrowelle sorgt in ihren letzten Tagen noch für ein wenig Wärme beim Hauptgang, während ihre Nachfolgerin eine Etage darüber bereits eingebaut wird. Und der für die beste Gattin von allen unentbehrlich gewordene Kaffeevollautomat läuft zu Höchstleistungen auf. Er muss nicht nur uns, sondern auch die Handwerker mit Heißgetränken versorgen. Was allerdings noch lauter als ihre Bohrmaschinen ist: der Feuermelder, der die neuen Düfte in unserem Keller einfach falsch interpretiert. So bekommen unsere Nachbarn wenigstens etwas zu hören und nicht nur die Staubwolke beim Zuschneiden der Fliesen zu sehen. Glauben Sie mir: Alles wird gut, nur ich kann’s nicht glauben...