Ärzte am Redaktionstelefon

Schwelm..  Wann ist es schon möglich, so viel geballte medizinische Kompetenz direkt ans Telefon zu bekommen und neben drei niedergelassenen Ärzten auch noch den direkten Draht zu zwei Krankenhaus-Chefärzten zu bekommen? Am späten Mittwochnachmittag haben unsere Redaktion und das Helios-Klinikum dies zum Thema Darmkrebs möglich gemacht.

Dr. Carsten Maibaum, Chefarzt der medizinischen Klinik des Helios-Krankenhauses, Dr. Stephan Rauff, Chefarzt Allgemein- Viszeral- und Gefäßchirurgie, Dr. Werner Falk, Facharzt für Innerer Medizin und Diabetologie aus Ennepetal, Dr. Hans-Georg Kreul Hausarzt aus Gevelsberg, und Achim Prange, Facharzt für Innere Medizin aus Schwelm saßen zwei Stunden an den Telefonen und beantworteten bereitwillig alle Fragen zu diesem umfassenden Thema mitten im Darmkrebsmonat März.

Ihr gemeinsames Fazit am Abend: Es hätten ruhig ein paar Anrufer mehr sein können, doch – da sind sich alle einig – jedes Leben, das durch diese Aktion eventuell gerettet werden kann – ist ein guter Grund dafür, dass die Telefonaktion in unserer Redaktion bereits seit vielen Jahren gute Tradition ist.

Anrufer mit Vorerfahrungen

„Wir haben aber bereits gemerkt, dass der Vorbericht die Menschen für das Thema sensibilisiert hat“, sagt Dr. Hans-Georg Kreul und erntet zustimmendes Nicken der Kollegen – vor allem der niedergelassenen, die während der vergangenen Tage vermehrt auf das Thema Darmkrebsvorsorge angesprochen wurden. Die Verankerung im Bewusstsein der Menschen ist das vorrangige Ziel. Denn: Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebs-Neuerkrankungen in Deutschland. Obwohl kaum eine Krebsart so gut geheilt werden kann, sterben jährlich allein in Deutschland etwa 27 000 Menschen an Darmkrebs. Die Vorsorge spätestens ab dem 55. Lebensjahr ist daher das A und O, um dem möglichen Krebstod vorzubeugen.

Am Redaktionstelefon meldeten sich zwar zumeist Menschen, die Erfahrungen mit Darmkrebs oder der Vorsorge haben und zumeist die Mediziner auch schon persönlich kannten, „aber wenn sie mit gutem Beispiel vorangehen und andere aufmerksam werden, ist das ein ganz wichtiger Schritt“, sagt Dr. Carsten Maibaum. Achim Prange hat dafür genau das richtige Beispiel parat: „Bei mir meldete sich zum Beispiel eine 85-jährige, deren Mann vor etwa 20 Jahren an Darmkrebs verstorben war. Sie wollte wissen, ab wann sie ihre Kinder – 56 und 57 Jahre alt – zur Vorsorge schicken soll. Ganz klar: sofort.“

Am Ende des Tages waren sich alle einig: Die Aktion ist sinnvoll und kann Leben retten. So wird unserer Redaktion gemeinsam mit dem Helios-Klinikum und den Medizinern auch zum nächsten Darmkrebsmonat wieder eine Aktion starten.