Ängste, Wünsche und Hoffnungen in Voerde
12.03.2010 | 19:55 Uhr 2010-03-12T19:55:00+0100
Ennepetal. „Ängste, Wünsche und Hoffnung", so hätte das Motto der gutbesuchten Versammlung der Interessengemeinschaft Voerde und des Heimatvereins Voerde mit Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen und Bürgermeisterreferent Cosimo Palomba lauten können.
So aufgeheizt war die Stimmung, dass Cosimo Palomba seine wissenschaftliche Untersuchung über die Zukunft Ennepetals nicht zu Ende vorstellen konnte. Zu stark waren die Emotionen einiger Besucher, die schlichtweg der Stadt Versagen bei der Planung von Geschäftsansiedlungen vorwarfen. Als dann Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen in nur wenigen Worten sagte, dass für das Grundstück an der Wilhelmstraße sich ein Invenstor interessiere, um dort einen Netto-Markt zu errichten, war bei einigen Besuchern der Unmut groß.
„Das werden wir nicht verkraften können!” sagte die Inhaberin des Voerder Kreiselmarktes, Ramona Scheiding. Dieser muss sich dann unmittelbar neben „Netto” behaupten. Sie befürchtet den Verlust von Arbeitsplätzen.
Da nutzte es auch nichts, dass Bürgermeister Wiggenhagen erklärte, es gebe derzeit nur eine Anfrage eines Investors.
Der Moderator des Abends, der 1. Vorsitzende der IG Voerde Franz-Josef Brinkmann, sieht sogar eine Chance für den Voerder Handel, wenn sich an der Wilhelmstraße ein weiteres Geschäft ansiedeln würde.
Wohl demonstrativ verließen Besucher die Veranstaltung. Brinkmann zeigte später „kein Verständnis für diese Handlungsweise”. Fast alle Besucher wünschten sich mehr Geschäfte in Voerde. Doch wie kann man Geschäftsleute locken? CDU-Fraktionschef Walter Faupel betonte, dass die Stadt nur Rahmenbedingungen schaffen könne, nicht mehr und nicht weniger. Unterstützung erhielt er von seinem SPD-Kollegen Jörgen Steinbrink und vom Ehren-Bürgermeister Gerd Dessel.
Dessel wies auch auf das beschlossene Leitbild für Voerde hin. Es sehe eine Geschäftsansiedlung an der Wilhelmstraße vor. Immer stand die Frage im Raum: „Warum sind unsere Nachbarstädte bei der Geschäftsansiedlung besser dran als die Klutertstadt?”
Bürgermeister Wiggenhagen, Cosimo Palomba als auch Franz-Josef Brinkmann sprachen von dem Ennepetaler Phänomen, „die eigene Stadt schlecht zu reden”. Diese Aussage wurde wohl von der großen Mehrheit der Versammelten auch so gesehen. Eine weitere Klage von heimischen Geschäftsleuten: „Die Ennepetaler kaufen bei uns nicht. Sie fahren in andere Städte!” Faupel dazu: „Das ist ein Problem. Neue Geschäftstleute kommen nur, wenn sie auch Geschäfte machen können!”
Der Vorsitzende des Heimatvereins Voerde, Manfred Michalko, rief dazu auf, positiv nach vorne zu blicken. Er sprach von einer wunderbaren Landschaft, von schönen Wanderwegen. Franz-Josef Brinkmann nahm das Thema auf und brachte den Begriff „Tages-Tourismus” in die Diskussion, der sei eine Chance für Ennepetal und ganz bestimmt für Voerde. Franz-Josef Brinkmann, der kürzlich die Voerder Kneipennacht erfolgreich durchführte, lobte die Gaststätten. „Hier können sich Menschen wohlfühlen!” und meinte damit auch die Tages-Touristen. Hier schloss sich der Kreis, denn auch Cosimo Palomba hat in seinen Untersuchungen die Frage nach dem Tourismus in Ennepetal gestellt. Seine Antwort: „Eine Kluterthöhle gibt es nur einmal, Wir müssen sie nutzen!” So gehen die Besucherzahlen seit Jahren in die Höhe, aber die Zahl der Kurgäste sei stetig gesunken.
Schon im Mai will die IG Voerde auf Gut Braband zu einem „Event” einladen, kündigte Franz-Josef Brinkmann an. Er blickte auch in die Zukunft und sprach von Bemühungen, in Voerde einen Wochenmarkt einzurichten. Aus der Versammlung heraus kam die Idee, Voerde einfach sauberer zu machen. Erinnert wurde mehrmals daran, dass Voerde einmal das zweitschönste Dorf Westfalens war- das war in den 1930er-Jahren.
Der neue City-Manager Ulrich Schilling bot seine Hilfe an. „Das City-Management ist nicht nur für Milspe da!”
10:39
n #26 fragte ich, was denn für unsere Jugend gemacht wird?
Nicht eine Silbe wurde darüber verloren, was zeigt, dass dieses Problem für Sie nicht existent ist oder weit weg geschoben wird.
Die Zukunft liegt in der Konsumbereitschaft der Jugend und der jungen Menschen und nicht in der der Rentner, die jeden Monat schauen müssen, wie sie Dank einer verkorksten Politik über die Runden kommen.
Mich regt auf, wenn hier über Kneipen und Wanderwege gesprochen wird! Möchten Sie ihr Kind in der Kneipe sehen, betrunken um die Wirtschaft anzukurbeln? Ich nicht.
Nochmal! Sie reden vom Stadtbild z.B. Milspe. Augen auf. Morgens bereits die ersten mit ner Pulle Bier am Hals. Diese Bild ist bis in die Abendstunden vorhanden. Je wärmer es wird, desto mehr stehen dort auch. Um diese Personen spielen dann die Kinder. Herzlichen Glückwunsch Stadt Ennepetal.
Jeden Abend Jugendliche am Busbahnhof, in dem Seitenweg hinter Bicking und am Haus Ennepetal mit ner Pulle Wodka am Hals. Herzlichen Glückwunsch Stadt Ennepetal.
Damit gewinnt Ennepetal keinen Preis.
23:47
31.12.1978: 36.102
31.12.2008 31.111
01.10.2009 31.464
02:34
@#78 von krautundrueben
Klar,ist das gehübscht. Und das wissen Sie auch.
Das statistische Landesamt hat die Daten bis 31.12.2008 eingepflegt,demnach hatten wir eine Einwohnerzahl von 31.111. 18.12.2009 ist kein Datum in der Statistik.
20:40
Nix is mit Hübschen. Gehen sie mal zu Fielmann oder lernen Sie rechnen.
Die aktuellste Datenbank (keine statische) hat als Stand: 18.12.2009.
19:58
@#76 von krautundrueben
So kann man die Zahlen auch Hübschen.
Bei Ihrer Betrachtung bekommt man das Gefühl wir haben sogar zu genommen.
Nein, meine Quelle ist das statische Landamt NRW und die kann die Zahlen von 2009 noch nicht eingepflegt haben.
Ihr Erwiderung ist also unredlich.
Und was nun Gevelsberg betrifft so trifft meine Aussage doch zu, denn der Zuwachs von Ihren 2956 Einwohner wird durch den Verlust von 1902 doch nicht zu einem Verlust, vielmehr bleibt es ein Einwohnerzuwachs.
Noch schlimmer wird es wenn Sie die Populationsraten aller neun Städte vergleichen.
Und da fällt Ennepetal mit einem extremen Bevölkerungsrückgang auf.
Jetzt werden Sie sicher sagen,dass liegt an den Ernährungsgewohnheiten der Ennepetaler oder so ähnlich ( Diese Argumentation ist auch unredlich, ich weiß)..
17:44
@ 74
Wenn Zahlen, dann richtige:
Es sind nicht 7000, sondern 4638 Einwohner, um die Ennepetal in den letzten 30 Jahren abgenommen hat.
Gevelsberg hatte von 1978 bis 1998 ein Wachstum von 2956 Einwohnern. Von 1998 bis 2008 ist die Tendenz auch rückläufig, nämlich ein Verlust von 1902 Personen in Gevelsberg gegenüber 2722 in Ennepetal.
Im letzten Jahr ist die Einwohnerzahl in Ennepetal um 353 gestiegen.
16:03
Zitat (#73):
Wer wirklich etwas für die Zukunft Ennepetals tun möchte, der hilft mit und lästert nicht ständig über alles was seiner Meinung nach die letzten 40 Jahre falsch gelaufen ist [...].
Wir werden nur dann etwas für Ennepetal tun können, wenn wir in einer einleitenden (!) Phase stark genug sind, tabulos Bilanz zu ziehen - ohne falsche Rücksichten, ohne Schönfärbereien. Fehler, Versäumnisse, Ross und Reiter dürfen / müssen genannt werden. Ohne solches schmerzliche Prozedere werden wir aus der Vergangenheit nicht lernen können, harmonische Aufbruchstimmung allein reicht nicht aus, wir müssen uns der Realität stellen!
15:39
Hallo Herr Wittig,
es ist immer dasselbe mit Ihnen. Wenn im Internet seinen Namen nicht nennen mag, so ist das in Ordnung. Im Internet ist es die Ausnahme seinen Klarnamen zu nennen.
Was nun die 7.000 Einwohner betrifft, so liegen Sie wohl falsch. Keine Stadt hat so viele Einwohner verloren wie Ennepetal, ja, Gevelsberg hat sogar noch dazu gewonnen.
Das schlimme ist aber dabei, dass Ennepetal die meisten Einwohner bei den bis 30 Jahren verloren hat und einen kleinen Zuzug bei den 60+ zu verzeichnen hatte. Es nützt nichts wenn Sie das Problem immer klein reden. Dies führt letztendlich dazu, dass die Stadt meint dieser Sachverhalt wäre Natur bedingt.
Ich wohne jetzt 30 Jahre hier in Ennepetal und habe in den 30 Jahren mit ansehen, wie die Stadt Jahr für Jahr an Attraktivität einbüßte.Jedesmal wenn dies jedoch erwähnt wurde,kam Ihr Argument,man solle doch bitte nicht so lästern.
Irgendwann muss aber auch gut sein, dann ist das kein lästern mehr, sondern ein Aufzeigen einer Realität.
Also sagen Sie Ihren Partei- Genossen/Kollegen/Freunden einmal, es ist Zeit das Ruder rum zu reißen. Die Ausrede demografischer Faktor, ist eben nur eines, nur eine Ausrede für Nichts Tun.
09:10
@72
wenn man Kritik übt, dann sollte man wenigstens mit seinem Namen dafür einstehen. Denn nur dann kann man diese Äußerung richtig einordnen und der Schreiber unterschreitet nicht noch das Niveau welches er bei den in seinem Beitrag genannten Personen reklamiert.
Es bringt auch nichts, ständig von den 7000 weggegangenen Ennepetalern zu sprechen. Denn rund 4.000 hat Ennepetal allein in den Jahren 1970 - 1985 verloren.
Die jetzige Situation stellt sich aufgrund der bereits eingetretenden Überalterung der Bevölkerung und der höheren Sterbequote anders dar. Zudem nimmt die Mobilität der jüngeren Menschen stätig zu. Die Prognose für sie meisten Nachbarstädte ist kaum anders.
Und damit stehen die Städte untereinander immer mehr in einem Wettbewerb um junge Familien.
Wer wirklich etwas für die Zukunft Ennepetals tun möchte, der hilft mit und lästert nicht ständig über alles was seiner Meinung nach die letzten 40 Jahre falsch gelaufen ist oder warum er bei der Stadtverwaltung nicht die erträumte Karriere gemacht hat.
14:07
Liebe Leute,
bin ich froh, nicht mehr in Ennepetal zu arbeiten, ich habe zwar in der Verwaltung gelernt, zwischenzeitlich aber schon weitere Erfahrungen gesammelt und bin daher in der glücklichen Situation, mir das Ganze nur noch von außen zu betrachten und mir für meine Verwaltung zwei gute Leute aus Ennepetal einzukaufen.
Schönen Gruß an die Kollegen, die beiden werden Euch bald informieren, denn im Gegensatz zu Herrn Gerhardt kann ich sagen, gut dass die Stadt Ennepetal ihren Besten so wenig Geld bezahlt und so manche schlechte Leute schnell nach oben holt, statt sie in der Versenkung zu lassen.
Nun zu dem Theater hier:
Leute das war die letzten 25 Jahre nicht anders. Bei Eckhardt und Dessel haben die Voerder sich nicht getraut den Mund aufzumachen, oder haben sie Zusammenhänge nicht durchschaut ?
Jetzt sind die Patriarchen weg und ein neuer muss mit den Scherben leben. Gut, er hätte nein sagen können und wusste Bescheid, was all seine Vorgänger an Mist gemacht haben (und ich gehe da mindestens bis zur Mehner-Zeit zurück), aber er macht es wenigstens mit Sachverstand, der seiner glücklicherweise unterlegenen Gegenkandidatin wie schon die letzten Jahrzehnte abgeht.
Und Herr Gerhardt, Frau Schulte-Passlack und weitere, wie auch liebe Redakteure der Zeitungen, was ihr im Moment liefert ist keine konstruktive Kritik, sondern Boulevard a la Bild-Zeitung. Ihr habt Euch alle dem Niveau Ennepetals angepasst. Schön das es auch noch Presse gibt und nicht nur Euch, schade, dass diese Presse in Ennepetal nicht mehr vorhanden ist.
Macht doch mal was konstruktives, ach ja, stimmt, ihr könnt es auch nicht.
Ich persönlich sehe das alles so wie die Ärzte, lass die Leute reden, sie können nichts dazu....
Das trifft es sehr deutlich.