Aechter de Biecke blickt auf 65 tolle Jahre

Die Mitglieder der Kirmesgruppe auf ihrem Bauplatz.
Die Mitglieder der Kirmesgruppe auf ihrem Bauplatz.

Gevelsberg..  Mit 65 Jahren in den Ruhestand? Von wegen! Für die Kirmesgruppe Aechter de Biecke ist noch lange nicht Schluss. Nach einer überwundenen Krise starten die Mitglieder durch. Und da kommt der Geburtstag genau zum richtigen Moment.

Geschäftiges Treiben auf dem Bauplatz der Gruppe am Hun­deicken. Natürlich wird das Jubiläum beim diesjährigen Kirmeszug aufgegriffen. Dafür wurden von den Mitgliedern der Kirmesgruppe konsequente Entscheidungen getroffen. Zum Geburtstag soll der Wagenbau an erster Stelle stehen. Um sich darauf konzentrieren zu können, verzichtet die KG Aechter de Biecke auf Fußgruppen und Einzelgänger. Der Standartenwagen, erklärt Pressesprecher Hans-Joachim Popp, soll sozusagen als Jubiläumswagen im Zug dabei sein. Dahinter folgen diesmal zwei eigentliche Kirmeswagen mit Darstellungen unter dem Motto: „65 Jahre ist ein Hit, Aechter de Biecke fliegt weiter mit ... Biene Maja“.

Ursprung in Frielinghausen

Wobei wir bei der Frage sind, wo der eigentümliche Name der Kirmesgruppe, „Aechter de Biecke“ – also „hinter dem Bach“ – eigentlich seinen Ursprung hat? Er hat nichts mit der Hundeicker Straße zu tun, wo die Gruppe jetzt ihre Heimat hat. Der Ursprung der Kirmesfreunde lag in dem früheren Stadtteil Frielinghausen. Dort fließt im Bereich der Haßlinghauser Straße der Krähenberger Bach, der in die Ennepe mündet, aber heute kaum noch zu sehen ist, weil er in einen Kanal verschwinden musste.

Die offizielle Gründung der Kirmesgruppe Aechter de Biecke erfolgte am 12. Februar 1950, erzählt Popp. Gründervater war damals der legendäre Adolf Schlieper, dessen Name wie kein anderer heute noch mit der Gevelsberger Kirmes verbunden ist. Rund 20 Kirmesfreunde versammelte Schlieper in der Gaststätte Lind an der Haßlinghauser Straße zur Gründungsversammlung. Adolf Schlieper wurde auch zum Vorsitzenden gewählt. „Er war ein genialer Motor der neu gegründeten Gruppe“, urteilt Hans-Joachim Popp. Die Folge: Vom Gründungsjahr bis 1954 wurde der Kirmespokal fünfmal hintereinander von der Gruppe gewonnen: „Schlieper hätte damals gern die Haßlinghauser Straße in Siegesallee umgetauft.“

Verdiente Mitglieder

Es gibt neben Schlieper noch andere verdiente Mitglieder, die die Gruppe nach vorn gebracht haben. Popp: „Unser Kirmesfreund Karl Weinrich, der von Anfang an dabei ist, wurde am 9. Januar 1988 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.“

Während der 65 Jahre Kirmesgeschichte musste mehrfach der Bauplatz gewechselt werden. Seit Ende 2007 arbeiten die Mitglieder nun schon am Ende der Hundeiker Straße. Die KG Pinass Brumse, die Mühlenhämmer und Vie ut Asbi’eck sind die direkten Nachbarn mit Blickkontakt. „Wir sind mit dem Standort sehr zufrieden“, sagt Pressesprecher Hans-Joachim Popp. Die unmittelbare Nähe zu den anderen Kirmesgruppen gebe Ansporn und Ehrgeiz beim Bauen.

Schließlich blicken die Frauen und Männer von Aechter de Biecke auf eine erfolgreiche Geschichte zurück. Zehnmal war die Gruppe Sieger bei der Wagendarstellung. Es gab noch fünfmal den zweiten und siebenmal den dritten Platz. „Wir können zum Glück die Tradition mit jungen Leuten fortsetzen“, sagt Popp. So bauten zwei Jugendliche, die im vergangenen Jahr mit ihrem Dinosaurier auf Platz zwei der Nachwuchs-Wertung gekommen sind, in diesem Jahr bei den Erwachsenen mit. „Mit unserem Vorsitzenden Harald Kornowski haben wir einen Kirmesfanatiker, der für alle und alles ein offenes Ohr hat.

Nicht nur Kirmes

Und die Gemeinschaft in der Kirmesgruppe geht natürlich nicht auseinander, wenn der Kirmeszug vorbei ist. Es gibt die Helferfete und die Feiern im vereinseigenen Bierkeller. Im Herbst geht die Reise ins Sauerland und später zu einem der Weihnachtsmärkte in der Umgebung. Im Augenblick überlegen die Mitglieder noch, wie sie durch ein ganz besonderes Fest Geld in die Kasse für den Wagenbau bekommen können. Das bringt der Nikolaus nämlich nicht mit, wenn er persönlich zur Weihnachtsfeier von Aechter de Biecke kommt. „Aber meist hat er schon ein Thema für den nächsten Kirmeszug im Sack“, verrät Popp.