Abwesenheit der AfD sorgt für mächtig Ärger

Im Rathaus und in der Politik verstärkt sich der Unmut über das Fernbleiben der AfD.
Im Rathaus und in der Politik verstärkt sich der Unmut über das Fernbleiben der AfD.
Foto: WP

Ennepetal..  Der Unmut in der Ennepetaler Politik wächst und auch in der Verwaltung herrscht Unzufriedenheit über die AfD-Fraktion im Rat der Stadt Ennepetal. Grund: Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Braselmann und Ratsherr Frank Scherie sowie die sechs sachkundigen Bürger fehlten seit ihrer Wahl am 25. Mai vergangenen Jahres in diversen Rats- und Ausschuss-Sitzungen. Braselmann wehrt sich, spricht von Verunglimpfung und sieht es zudem nicht als erforderlich an, bei jedem Thema anwesend zu sein.

Zwölf Sitzungen ganz ohne die AfD

Der Fraktions-Chef ist auch derjenige, den die Kritik am massivsten trifft. Von sechs Ratssitzungen besuchte er drei, ging davon einmal eher. Die sechs Hauptausschusssitzungen besuchte er gar nicht, zweimal war Frank Scherie als sein Stellvertreter vor Ort. Die Liste lässt sich bei den weiteren Ausschüssen weiter fortsetzen, von den vier Verwaltungsratssitzungen der Stadtbetriebe besuchten beide die erste am 27. August, Braselmann ging eher, zu weiteren erschienen sie nicht. Insgesamt fanden zwölf von 33 Sitzungen ohne jegliche AfD-Beteiligung statt.

Eine Statistik, die für Unmut bei anderen Politikern und in der Stadtverwaltung sorgt, für Hans-Jürgen Braselmann aber kein Problem darstellt: „Wenn ich im Urlaub bin, kann ich nicht kommen. Außerdem bin ich Geschäftsmann und oft in unserem Büro in Freiburg. Ich kann mich nicht zweiteilen.“ Bei allen wichtigen und entscheidenden Themen sei er auch in den Sitzungen gewesen, doch diese Notwendigkeit sieht Braselmann nicht bei jedem Tagesordnungspunkt. „Ich glaube, es werden so viele Sitzungen anberaumt, damit sich der ein oder andere ein paar Euro dazu verdienen kann. Zum Absegnen unwichtiger Dinge, die der Bürgermeister auch allein entscheiden kann, ist mir meine Zeit zu schade“, ereifert er sich. Den Vorwurf, dem Wählerauftrag nicht gerecht zu werden, sieht er als ungerechtfertigt an.

„Wir arbeiten im Hintergrund an so vielen wichtigen Dingen, wie dem Haus Ennepetal, dem Rathaus, den Schulen und der Innenstadtentwicklung“, sagt Braselmann. Als bundesweit agierender Geschäftsmann sei er nicht mit 71 Jahren zur Wahl angetreten, um sich mit „Kleinkram“ zu beschäftigen, sondern, um etwas in der Stadt zu bewegen. Eine Prognose, ob sich zukünftig etwa an der Frequenz der AfD in den Sitzungen ändere, will er nicht abgeben. „Das kommt auf die Themen und unsere Zeit an.“