88 Arbeitsplätze bei Jeco erhalten

Die Belegschaft von Jeco hat von Anfang an klar gemacht, dass es ihr um den Erhalt des Standortes geht.
Die Belegschaft von Jeco hat von Anfang an klar gemacht, dass es ihr um den Erhalt des Standortes geht.
Foto: WP

Gevelsberg..  Mit klarer Mehrheit haben die Arbeitnehmer von Jeco einem Alternativ-Konzept zur Schließung ihres Unternehmens in Gevelsberg zugestimmt. Vorgestellt wurde es von dem Betriebsrat, der IG Metall und der arbeitnehmernahen Unternehmensberatung PCG aus Essen auf einer Belegschaftsversammlung.

Leicht gefallen ist es den Mitarbeitern sicherlich nicht.
Von den vor der Ankündigung der Schließung durch die Leitung des Mahindra-Konzerns noch über 150 Arbeitsplätzen, können danach nur 88 in Gevelsberg erhalten bleiben.
Schmiede und der Gesenkbau müssen geschlossen werden.
Jeco wird sich nach dem Konzept auf die mechanische Bearbeitung, die Qualitätssicherung und den Versand konzentrieren.
Für 30 Beschäftigte – einige ­Mitarbeiter haben Jeco bereits ­verlassen – müssten Alternativen ­gefunden oder ein Sozialplan ­abgeschlossen werden.

Clarissa Bader sieht als Bevollmächtigte der IG-Metall-Verwaltungsstelle in Gevelsberg der Realität ins Auge: „Die Mahindra-Gruppe wird auf keinen Fall bereit sein Millionen auszugeben, um die maroden Schmiedehämmer zu ersetzen. Daran werden wir nichts ändern können.“ Auch die Belegschaft habe in diesem Punkt Zugeständnisse gemacht.

Aus der Mitte der Versammelten war dann die Aufforderung gekommen: „Wer für die Alternativen des Betriebsrates zum Arbeitsplatzerhalt und gegen die Schließungspläne des Konzern ist, hebt jetzt die Hand.“ Prompt seien die Hände der Beschäftigten in die Höhe geschossen. Eine klare Mehrheit hätte den spanischen Anteilseignern der deutschen Mahindra-Gruppe aber auch unmissverständlich klar gemacht: „Wir werden für unsere Alternativen weiter kämpfen.“

Positive Signale des Konzerns

Aydogdu Karakaya vom Betriebsrat betonte: „Es gibt jetzt eine klare Alternative: Entweder Standortschließung und Null Arbeitsplätze oder rund 90 Arbeitsplätze und das Werk Gevelsberg bleibt erhalten“.

Auch die Führungsetage des deutschen Mahindra-Konzerns gab sich verhandlungsbereit. Der anwesende Werksleiter Mick Wabbals erklärte, dass sie auf der Chef-Etage von den Vorschlägen „positiv überrascht“ worden seien. Die Geschäftsführung prüfe sie ernsthaft und berate darüber, wie sie eventuell „ergänzt werden können“, bevor sie nach Spanien zu der nächst höheren Entscheidungsebene in dem international agierenden Konzern weitergeleitet werden. Die IG-Metall-Bevollmächtigte Clarissa Bader bestätigte, dass sich die Konzern-Geschäftsführer Burkard Rausch und Rolf Wirfler bei der Entgegennahme der Eckpunkte ähnlich geäußert hätten.

Bürgermeister Claus Jacobi sieht die Entwicklung im Gespräch mit unserer Zeitung positiv: „Die Stadt will vor allen Dingen produzierendes Gewerbe auf dem Jeco-Gelände erhalten. Für uns gibt es keine Alternative dazu.“