70 Jahre Stadtgeschichte am Beispiel der CDU

Nach seinem Buch über die Zeit des Nationalsozialismus in Schwelm beleuchtet Klaus Peter Schmitz  die Jahre des Wiederaufbaus. Als roter Faden für sein neues Buch dient ihm dabei die Entwicklung der Ortsunion in Schwelm
Nach seinem Buch über die Zeit des Nationalsozialismus in Schwelm beleuchtet Klaus Peter Schmitz die Jahre des Wiederaufbaus. Als roter Faden für sein neues Buch dient ihm dabei die Entwicklung der Ortsunion in Schwelm
Foto: WP

Schwelm..  Klaus Peter Schmitz hat sich in den letzten Jahren einen Namen als Heimatforscher erarbeitet. Nach der Geschichte der Mariengemeinde, 150 Jahre Kolpingsfamilie in Schwelm und der Zeit des Nationalsozialismus in Schwelm hat sich der ehemals selbstständige Elektromeister der jüngsten Vergangenheit der Kreisstadt angenommen. Unter dem Titel „Mitten in der Zeit – 70 Jahre CDU in Schwelm“ arbeitet der Hobby-Historiker die Geschichte der Christdemokraten in Schwelm von der Nachkriegszeit bis zur Wiedervereinigung auf.

Chronik der CDU Schwelm

Vordergründig ist das jüngste Buch von Klaus Peter Schmitz eine Auftragsarbeit der CDU Schwelm zur Wiederkehr des 70. Gründungstag des Schwelmer Stadtverbands. Der wurde am 23. August 1945, noch im selben Jahr, als der Zweite Weltkrieg und die Nazi-Diktatur endete, aus der Taufe gehoben. „Für mich ist die CDU der rote Faden, um die jüngste Stadtgeschichte nach dem Krieg darzustellen“, sagt Klaus Peter Schmitz im Gespräch mit dieser Zeitung.

Die jüngste Vergangenheit der Kreisstadt wartet immer noch auf eine detaillierte Aufbereitung. Schwelms ehemaliger Stadtarchivar Gerd Helbeck hatte vor Jahren einen Geschichtsband herausgegeben, der Anfang des 19. Jahrhunderts endete. Ursprünglich war ein zweiter Band geplant, in dem die neuere Geschichte niedergeschrieben werden sollte. Doch aus verschiedenen Gründen ist es bei der Ankündigung geblieben. Das von der Stadt Schwelm 1996 herausgegebene Buch mit dem Titel „Schwelm“ aus dem Verlag J.H. Born/Wuppertal – schon seit Jahren vergriffen – hatte auch die jüngere Stadtgeschichte auf wenigen Seiten zusammengerafft.

„Das Buch soll Ende Juni fertig sein“, sagt der Autor über den geplanten Fertigstellungstermin seines jüngsten Werkes. „Ich bin jetzt bei Seite 248 von geplanten 500 Seiten und im Jahr 1954 angelangt.“ Die Recherche für sein neues Druckwerk sei auch deshalb so spannend gewesen, sagt Schmitz, weil er nach Kenntnis der Fakten nun besser einordnen könne, warum manche Dinge in Schwelm heute so sind, wie sie sind. „Es sind die Jahre, in denen Deutschland wieder zu Deutschland wurde und in denen die Spätheimkehrer in der Stadt mit großen Hallo empfangen und mit einem Freudenzug in Fahrzeugen durch die Stadt gefahren wurden.“

Bei seinem neuesten Werk kommen Schmitz auch seine Recherchen über die Schwelmer Kolpingfamilie zugute. „Die Gründung der CDU ist nur zu begreifen, wenn man ihr christliches Umfeld mit den Sozialverbänden KAB und Kolping mit im Blick hat“, sagt der Hobby-Historiker und führt als Männer der ersten Stunde in seinem Buch unter anderem die Kolpingsöhne Albert Becker, Ludwig Jennemann, Otto Müller, Walter Degenhardt und Engelbert Goecke auf. Letzterer wurde der erste 1. Vorsitzende der Schwelmer CDU-Ortsgruppe. Der Chronik der Kolpingfamilie hat er auch entnehmen können, dass die Gründungsversammlung der CDU in Schwelm am Donnerstag, 23. August 1945, im Saal des Kolpinghauses erfolgte.

In dem Buch „Schwelm“ ist über die Anfänge der Christdemokraten in der Kreisstadt nachzulesen: „Als die Christliche Union, der Vorläuferin der späteren CDU, im August 1945 gegründet wurde, war es erstes Ziel der Partei, beim Wiederaufbau der Heimatstadt zu helfen. Erster Vorsitzender und Vorsitzender der CDU-Fraktion im Rat der Stadt ab 1948 (bis 1952) wurde Engelbert Goecke. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten außerdem Albert Becker, Walter Degenhardt, Ernst Hüsken, Margarete Kappel, Ernst Lambeck, Anni Mittelmann, Magdalene Mittelmann, Otto Müller, Jenny Schöfer, Robert Seckelmann und Hermann Weuster.

Besondere Verdienste schreibt Klaus Peter Schmitz dem damaligen Stadtdirektor Hugo Schüssler und dem CDU-Mann Ernst Lambeck zu. „Das waren die beiden Schwelmer, die in den Jahren 1949 bis 1951 den Grundstock gelegt haben, um Schwelm wieder so aufzubauen, so dass wir heute wieder eine schöne Stadt haben. Diese Männer haben damals Weitblick bewiesen.“

Für Klaus Peter Schmitz ist die christliche Werteordnung der Schlüssel dazu, alles zu einem guten Ende zu bringen. „So lange wir noch die Alten in der CDU haben, hat das C in CDU noch Bestand“, lässt sich Schmitz, erst als Spätberufener, wie er scherzhaft sagt, im Jahr 2005 der CDU beigetreten, seine eigene Meinung nicht verbieten. „Und wenn 1000 Leute ins Wasser springen, springt ein Schmitz nicht einfach hinterher“, so sein Leitspruch.

Getrieben wird Klaus Peter Schmitz von der Zeit: „Ich schreibe gegen das Vergessen an“, sagt er. „Die Menschen müssen ihre Geschichte kennen. Denn nur so können sie aus der Geschichte auch lernen und ihre Zukunft gestalten.“ Und weiter: „Dieses Wissen kann ich nicht einfach mit ins Grab nehmen. Deshalb schreibe ich diese Bücher, um dieses Wissen auch der Nachwelt zu erhalten.“ Das Schreiben halte ihn am Leben, sagt der schwer herzkranke Autor.