70-Jährige neun Monate ohne Fahrerlaubnis – zu Unrecht

Ennepetal/Schwelm..  Vom 29. April 14 bis zum 29. Januar diesen Jahres musste eine 70-jährige Ennepetalerin auf ihren Führerschein verzichten und durfte ihren Pkw, den sie sehr dringend benötigt, nicht benutzen. Völlig zu Unrecht wie sich nun vor dem Schwelmer Strafgericht herausstellte.

An jenem 29. April habe sie gegen 11.50 Uhr an der Mittelstraße beim rückwärts Fahren mit ihrem VW ein anderes geparktes Fahrzeug touchiert, damit einen Fremdschaden von 2500 Euro verursacht und sei einfach „abgehauen“.

Anspruch auf Entschädigung

Unfallzeugen gab es nicht, nur jemanden, der wusste, dass das Fahrzeug der Rentnerin neben dem der Geschädigten geparkt war. Die ältere Dame „fiel aus allen Wolken“, als die Polizei vor ihrer Tür stand und den Führerschein sicherstellte sowie mitteilte es käme zur Anzeige. Nichts habe sie von einem Anstoß gemerkt.

Die Sache kam vor Gericht. Ihr Verteidiger, Rüdiger Schmidt-Weustenfeld beantragte ein Sachverständigengutachten. Seine Kritik: Das zog sich seiner Aussage nach über zwei Monate bis zur Beauftragung von Gutachter Dipl.-Ing Stefan Csazar, der dann aber schnell arbeitete.

Resultat des Gutachtens: „Die Anstoßhärte muss nicht notwendigerweise oder nachweisbar akustisch, visuell wahrnehmbar gewesen sein.“

Die logische Folge: Freispruch für die 70-Jährige. Zudem hat sie laut Urteil Anspruch auf Entschädigung für den zu Unrecht entzogenen Führerschein. Die Höhe des Ausfalls muss noch errechnet werden.