300 Parkinson-Arten: Infotag gibt Hilfe bei Orientierung

Gevelsberg..  Bei Parkinson sind Früherkennung, Arztwahl und Medikamentenbestimmung von besonders großer Bedeutung. Um sich den vielfältigen Facetten der unheilbaren Nervenkrankheit besser zu nähern, veranstaltet die hiesige Parkinson-Regionalgruppe nun den ersten Gevelsberger Parkinson-Patientag. Am Samstag, 30. Mai, sollen zwischen 10.30 und 15 Uhr im Zentrum für Kirche und Kultur zahlreiche Hintergrundinformationen zur Krankheit vermittelt sowie neuste Forschungserkenntnisse beleuchtet werden.

Angesprochen werden sollen Betroffene und Angehörige, aber auch sonstige Interessierte. Im Laufe des Infotages stehen zwei Fachvorträge von ausgewiesenen Parkinson-Experten auf dem Programm. Über „Gangstörungen und Haltungsanomalien“ wird Dr. Philipp Stude vom Berufsgenossenschaftlichen Uniklinikum Bergmannsheil in Bochum ab 11.15 Uhr referieren, ehe sich Dr. Siegfried Muhlack vom Uniklinikum der Bochumer Ruhr-Universität ab 13.30 Uhr neuesten Forschungsergebnissen widmen wird.

In einem dritten Vortrag stellt Magdalene Kaminski die Arbeit des übergeordneten Verbandes der Deutschen Parkinson-Vereinigung vor.

Im Anschluss an die Referate soll es Gelegenheit für Fragen und Diskussionen geben. Außerdem stehen Fachliteratur sowie Infos zur regionalen Selbsthilfegruppe zur Verfügung.

Die Idee zum Informationstag hatte Regionalgruppen-Leiter Friedrich-Wilhelm von der Höh, der die Veranstaltung gemeinsam mit seiner Selbsthilfegruppe sowie KISS-Sozialarbeiterin Susanne Auferkorte auf die Beine gestellt hat. Bürgermeister Claus Jacobi hat die Schirmherrschaft übernommen. Die Gevelsberger Selbsthilfegruppe gibt es seit Mai vergangenen Jahres und lädt jeden zweiten Mittwoch im Monat um 14.30 Uhr Betroffene und Angehörige ins Hans-Grünewald-Haus.

Zahl der Betroffenen steigt

Inzwischen kommen rund 25 Teilnehmer zu den Treffen, darunter Zweidrittel Betroffene. Häufig werden auch Ärzte und Apotheker eingeladen, um die Patienten zu beraten. „Die Zahl der Betroffenen steigt durch den demografischen Wandel kontinuierlich an. In Deutschland gibt es inzwischen bis zu 400 000 Erkrankte und im Ennepe-Ruhr-Kreis schätzungsweise 200“, weiß von der Höh und hebt zugleich die Wichtigkeit einer frühen Behandlung, Informationsfluss und regelmäßigem Austausch hervor.

„Viele Betroffene haben eine Odyssee hinter sich, weil es sehr schwierig ist, den richtigen Arzt und geeignete Medikamente zu finden“, fügt der Regionalgruppen-Leiter hinzu. Schließlich gebe es insgesamt 300 verschiedene Parkinsonarten und weitere Mischformen mit anderen Erkrankungen wie häufig mit Demenz.

„Es ist ganz toll, wie die Betroffenen die Ärmel hochkrempeln und sich für Andere stark machen. Schließlich hat jeder sein eigenes Päckchen zu tragen“, gibt KISS-Leiterin Susanne Auferkorte zu Bedenken und ergänzt: „Es ist wichtig, dass das Thema mit Hilfe des Infotages öffentlich gemacht wird, weil er hilft, Ängste abzubauen.“