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Zugunglück

290 Fahrgäste aus Zug evakuiert

04.01.2012 | 19:11 Uhr
290 Fahrgäste aus Zug evakuiert
Evakuierung eine Zuges durch die Feuerwehr Ennepetal.

Ennepetal.   Insgesamt rund 290 Fahrgäste der Deutschen Bahn mussten von der Feuerwehr aus den Waggons evakuiert werden. Verletzt wurde zum Glück niemand von ihnen.

Sturmtief Ulli stoppte in der Nacht zu gestern den Nahverkehrszug von Krefeld nach Rheine in Ennepetal. Ein Baum war durch die orkanartigen Böen umgerissen worden und auf die Schienen gestürzt. Insgesamt rund 290 Fahrgäste der Deutschen Bahn mussten von der Feuerwehr aus den Waggons evakuiert werden. Verletzt wurde zum Glück niemand von ihnen. Das Unglück brachte allerdings den nächtlichen Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen ganz schön durcheinander.

Der Unfall geschah nach Angaben eines Sprechers der Deutschen Bahn in Düsseldorf am Dienstag um 19.08 Uhr. Der Zug raste in den umgestürzten Baum. Die Lokomotive und auch die Stromabnehmer wurden bei dem Aufprall beschädigt. Gegen 19.33 Uhr wurde die Ennepetaler Feuerwehr zum Unfallort an der Ambrosius-Brandt-Straße gerufen. Sie rückte mit 44 Einsatzkräften an.

Vorsorglich standen auch zwei Rettungswagen bereit, um eventuell Verletzte schnell versorgen zu können. „Uns ging es vor allen Dingen darum, die Fahrgäste gefahrlos zu evakuieren“, erklärte der Bahnsprecher gestern gegenüber unserer Zeitung.

Ein Notfallmanager wurde zur Unfallstelle geschickt. Er sorgte dafür, dass die Bahnstrecke gesperrt und der Strom in den Oberleitungen abgeschaltet wurde. Die Feuerwehr leuchtete die Unfallstelle aus, damit Helfer und Fahrgäste sich in der Dunkelheit orientieren konnten. Wegen des Höhenunterschiedes zwischen den Türausstiegen der Bahn-Waggons und den Gleisen bauten die einfallsreichen Feuerwehrleute aus Europaletten eine Art Treppe, über die Passagiere ohne Verletzungsgefahr evakuiert werden konnten.

Auf der Straße warteten bereits Linienbusse der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER), die die gestrandeten Reisenden der Deutschen Bahn zum Hagener Hauptbahnhof brachten, wo sie die Fahrt mit den nächsten Zügen fortsetzen konnten. Die Feuerwehr bat den Lokführer, die Passagiere mit Lautsprecherdurchsagen ständig über den Fortgang der Evakuierung zu informieren.

Gegen 21.23 Uhr, so die Bahn gestern, seien die Evakuierungen abgeschlossen worden. Kurze Zeit später, um 21.51 Uhr, konnte die Feuerwehr abziehen, die erhebliche Mühe gehabt hatte, den Baum von den Gleisen zu bekommen. Der Zug, der nicht mehr fahrbereit war, blieb aber erst einmal liegen. Die Strecke hätte erst gegen 3 Uhr in der Frühe freigeben werden können.

Deshalb kam es zu erheblichen Verspätungen im Zugverkehr. Fünf Züge seien komplett ausgefallen, acht – darunter auch ICEs – mussten auf die S-Bahn-Strecke über Gevelsberg umgeleitet werden, 66 kamen erst mit Verspätungen ans Ziel. „Wir entschuldigen uns natürlich bei allen Fahrgästen, die von dem Unfall betroffen waren“, so der Bahnsprecher. Die Sicherheit hätte aber Vorrang haben müssen.

In diesem Fall hat also das Krisenmanagement besser funktioniert als Ende Oktober. Damals war eine S-Bahn aus technischen Gründen im Linderhauser Tunnel stehen geblieben. Die Fahrgäste mussten zwei Stunden in der Dunkelheit warten, bis Hilfe kam. Die Panne hatte ein Nachspiel vor dem NRW-Landtag.

Klaus Bröking


Kommentare
17.01.2012
15:41
290 Fahrgäste aus Zug evakuiert
von scouti | #2

Wieso eigentlich "Zugunglück"? Keine Verletzten oder gar Toten. Nur etwas unbequemer Umstieg in Busse.

05.01.2012
08:49
Und der Hubschrauber?
von leserschwert | #1

Warum knatterte denn gegen 5 am Mittwochmorgen noch ein Hubschrauber überm Ennepetal? Dann hatte das da gar nichts mit zu tun? HÄ?

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