262 Tore machen Menschenkicker spannend

Spannende Spiele wurden geboten.
Spannende Spiele wurden geboten.
Foto: Andreas Reinshagen

Schwelm..  „Einer geht noch, einer geht noch rein“, halt es am Samstag mit einem Fangesang der Zuschauer durch die Sporthalle West. Bei dem Menschenkickerturnier ist nicht nur der Spielverlauf ein etwas anderer, auch die Tore fallen deutlich schneller als bei einem realen Fußballspiel. An diesem Spieltag werden es am Ende alleine 262 Tore sein.

Ein wichtiger Grund also für die Zuschauer, dann auch die Mannschaften weiterhin lautstark anzufeuern. Ein weiterer Unterschied zum König Fußball: Die Bewegungsfreiheit der Spieler ist stark eingeschränkt, da die mit einem Bauchgurt an der Stange festgeschnallt sind.

Spielerwechsel nicht erlaubt

Auch das Regelwerk hält spezielle Anforderungen an die Spieler bereit: Die Spielzeit ist auf zwei Runden á fünf Minuten ohne Pause stark begrenzt. Ein Spielerwechsel ist nicht erlaubt

„Wir sind hier einfach nur Just4Fun. Eine solche Spaßveranstaltung muss man einfach unterstützen“, sagt Roman Voss, Vorsitzender des Vereins zum Erhalt und Förderung der Schwelmer Brautradition, „die Herausforderung liegt auch in der eingeschränkten Bewegung, da die Stange zudem sehr tief hängt.“

Zwei Spiele der Bierbrauer wurden zwar bereits verloren, aber der Spaß steht weiterhin bei allen Mannschaften an vorderster Stelle. Einige Teams hatten sich für diese sehr spezielle Sportveranstaltung neu angemeldet, damit stellten nicht nur die Schwelmer Nachbarschaften die erforderlichen Mannschaften für das Turnier in der Sporthalle West. Mittlerweile kommen auch Vereine und Firmen um an dem begehrten Wettkampf mit hohem Spaßfaktor teilzunehmen. Startimpuls dieses Turniers für die Nachbarschaft Aechte de Muer war übrigens die schmerzhafte Erfahrung mit verregneten Sommerfesten. „Solche Veranstaltungen sind unsere Haupteinnahmequelle, da ist der finanzielle Schaden sehr hoch, wenn die Veranstaltung quasi ins Wasser fällt“, sagt Obernachbarin Regina Duwe. Mit den Einnahmen finanziert die Nachbarschaft zudem den Neubau des Vereinsheims und die Gestaltung der Wagen für den jährlichen Heimatfestzug.

Band Smithy auch dabei

Das wohl auch mit Erfolg: Beim vergangenen Festumzug konnte Regina Duwe mit ihren 50 Mitgliedern den Gesamtsieg erkämpfen. Für die Nachbarschaftler gleicht das einer kleiner Sensation: Der letzte Sieg lag mit dem Jahr 1998 bereits weit zurück.

Ein Debüt feierte auch die Band Smithy beim Menschenkickerturnier und gehört jetzt in den Konzertkalender der Schwelmer Musiker. „So etwas ist neu für uns und haben wir noch nicht mitgemacht. Wir sind hier aber laut und lustig wie auf unseren Konzerten“; sagt Frontsängerin Kristin Peters.

„Es ist witzig anzusehen mit welchem Ehrgeiz die Mannschaften hier an den Start gehen“, bestätigt auch Regina Duwe den Veranstaltungsverlauf, „wir wollen aber mit der Veranstaltung auch zeigen wie wichtig und einzigartig die Nachbarschaften für unsere Stadt eigentlich sind.“.

Die Schwelmer Fußball-Jungens sind an diesem Spieltag zwar Titelverteidiger, aber „neben der Kreisliga C geht es hier für uns um ein wenig Spaß, denn hier hast du keinen Druck“, sagt Trainer Michael Schumacher. Den Gesamtsieg kann am Ende übrigens das Team More Energy gegen die Nachbarschaft Linderhausen mit 7:3 bei ihrer Debütteilnahme mit nach Hause holen. Im Spiel um Platz 3 konnte sich schließlich der Kaycom-Club gegen die Partykingz mit einem 7:5 durchsetzen.