2137 Euro Bilanz-Minus trotz Frühjahrsmesse

Die GSWS ist auf die Einnahmen der  Frühjahrsmesse angewiesen. In diesem Jahr lockte die Veranstaltung rund 3000 Interessierte an.
Die GSWS ist auf die Einnahmen der Frühjahrsmesse angewiesen. In diesem Jahr lockte die Veranstaltung rund 3000 Interessierte an.
Foto: WP

Schwelm..  Die Schwelmer Trödelmärkte in Frühjahr und im Herbst haben rund 100.000 Menschen besucht. Auf dem viertägigen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt feierten 15.000 Besucher, und 3000 Interessenten informierten sich zu den verschiedensten Themen auf der Frühjahrsmesse in und an der Eventhalle in der Eisenwerkstraße.

Höhere Personalkosten

Das sind gute Zahlen, die Christine Beyer im Stadtrat nennen konnte. Doch die Geschäftsführerin der Gesellschaft für Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung Schwelm (GSWS) musste sich bei der Präsentation ihres Lageberichts 2014 zu einer Zahl ganz besonders erklären: den Jahresfehlbetrag von 2.137 Euro. In der Planung des Wirtschaftsjahres ging man noch von einem erwarteten Jahresüberschuss von ca. 4.680 Euro aus. Als Gründe für das Defizit nennt Beyer höhere Personalkosten als geplant und die erfolgsneutral gebuchte Einnahme zur Neuanschaffung von Weihnachtsbeleuchtung in 2015.

Im Geschäftsjahr 2014 hat die GSWS 1,75 Stellen vorgehalten. Die Mitarbeiterstärke umfasste während des Geschäftsjahres durchschnittlich eine Vollzeitkraft, eine Teilzeitkraft sowie eine 400-Euro-Kraft. Die Personalkosten betrugen im Geschäftsjahr 2014 insgesamt 93.783 Euro (2013: 80.692 Euro; 2012: 86.251 Euro).

Im Lagebericht nennt Christine Beyer Gründe für den Anstieg im Bereich der Personalkosten: „Im Personalbereich wurden Überstunden ausbezahlt, die sich durch außerordentliches Engagement der Mitarbeiter zum Erreichen der Jahresziele ergeben haben. Ein Freizeitausgleich war aufgrund der Aufgabendichte nicht möglich. Insgesamt fielen im Jahr 2014 rund 13.090,69 € mehr für den Personalbedarf an. Zum Einen lag dies daran, dass in 2013 der vorherige Geschäftsführer Herr Kramer im Mai die GmbH verlassen hat und die Wiederbesetzung der Stelle erst im August 2013 stattfand.“

Verlustbringer Weihnachtsmarkt

Einsparpotenzial beim Personal sieht die Geschäftsführerin nicht. „Wir können nicht mit weniger Leuten arbeiten. Aber ich gehe davon aus, das wir auch nicht mehr benötigen.“ Das ertragreichste Projekt der GSWS ist die alle zwei Jahre stattfindende Schwelmer Frühjahrsmesse. Doch im Messe-Jahr 2014 hat auch dies nicht für eine Schwarze Null gelangt. Christine Beyer will für diese „Nicht-Messejahre“ ertragreiche neue Projekte entwickeln. So hofft sie u.a. durch die neuen Veranstaltungen „Bürgerbrunch“ die gestiegenen Betriebs- und Personalkosten ausgleichen zu können.

Größter Verlustbringer mit einem Minus von durchschnittlich 6000 bis 7000 Euro ist der seit drei Jahren mit einem neuen Konzept laufende Weihnachtsmarkt in der Hauptstraße, Kirchstraße und am Bürgerplatz. Verantwortlich dafür sei zu einen wesentliche Teil die Kosten für Strom und die aufwendige Verkabelung. Innerhalb der Geschäftsführung wird deshalb darüber nachgedacht, die Veranstaltung stärker an den Neumarkt anzubinden, sagt Christine Beyer. Ein Zurück an den Altmarkt sei ausgeschlossen. Durch neue Bestimmungen dürften dort höchstens zehn Bunden aufgestellt werden.

Billiger ist die GSWS unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht zu haben. Christine Beyer in ihren Ausblick: „Weitere Einsparpotenziale sind nicht identifizierbar, sofern es nicht zu Einschnitten im Dienstleistungsangebot der GSWS kommen soll.“ Und weiter: „Unter Beachtung aller auf die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft einwirkenden Faktoren muss die strategische und operative Ausrichtung in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst werden.“