140 Abzeichen für sportliche Schwelmer

Gute Stimmung herrschte bei der Verleihung der Sportabzeichen durch den Stadtsportverband in der Schützenhalle an der Dr.-Moeller-Straße.
Gute Stimmung herrschte bei der Verleihung der Sportabzeichen durch den Stadtsportverband in der Schützenhalle an der Dr.-Moeller-Straße.
Foto: Bastian Haumann

Schwelm..  Sportlich, sportlich! Am Dienstag erhielten etwa 140 Schwelmer die höchste Auszeichnung, die es im Breitsport zu erreichen gibt: das deutsche Sportabzeichen. Die Verleihung fand im Schützenheim der Schwelmer Schützen an der Dr.-Moeller-Straße statt.

Sportabzeichen-Obfrau Reinhild Weitzsch war mit ihren Sportlern absolut zufrieden. Im Vergleich zu Vorjahr habe sich an der Teilnehmeranzahl nicht viel geändert. Sie habe die Einzelheiten zwar nicht genau im Kopf. „Aber sie müsste konstant geblieben sein.“ Doch so beeindruckend es auch ist, wenn jemand seit mehreren Jahren hintereinander weg sein Sportabzeichen ablegt, gab es eine Dame unter den Besuchern des Schützenheims, die ihre Auszeichnung mehr als verdient hat – wenn sie auch zum ersten Mal dabei war: Simone Strasser.

Sport hält jung

Simone Strasser ist auch sonst recht sportlich unterwegs. Hanteltraining, Hometrainer und vor ein paar Jahren entdeckte sie das Tandemfahren für sich. Doch klassische Disziplinen? „Habe ich nie gemacht, das war alles neu für mich und ich musste erst mal viel ausprobieren“, sagte sie.

Das hat auch seinen Grund, denn Simone Strasser hat eine andere Wahrnehmung als die anderen Sportler, die auf der Tartanbahn ihre Runden drehten. „Ich kann hell und dunkel erkennen“, sagte sie. Mehr nicht. Sie ist blind.

Doch als sie damals die ersten Runden auf dem Tandem gedreht hatte, ging ihr ein Gedanke durch den Kopf: „Da muss noch mehr gehen!“ Und das erfolgreiche Absolvieren des Sportabzeichens war von da an ein kleiner Traum, den sie nun erfüllt hat. Doch erst einmal ging es daran, die passenden Sportarten zu finden. Sprint? „Als Blinde richtig Gas zu geben, ist wirklich komisch“, sagte sie. Auch der Langstreckenlauf war nichts für sie. Beim Weitsprung versuchte sie, die Schritte bis zum Absprung zu zählen. Doch auch das war nichts für sie. Schließlich hatte sie sich für die Disziplinen Schwimmen, Weitwurf, Hochsprung und natürlich für das Tandemfahren entschieden. „Und ich habe alles in Gold abgelegt!“ Um diese tolle Leitung zu erreichen, brauchte sie jedoch Unterstützer, die ihr beim Training halfen. Dass Sport jung hält, dafür ist Rudi Brüssow das beste Beispiel. Er ist runde 80 Jahre alt, was ihm kaum anzusehen ist. Im Schützenheim nahm er später sein 40. goldenes Sportabzeichen entgegen. Und wer so oft dabei war, der wächst auch irgendwann mit ins Organisationsteam hinein. „Seit 15 Jahren bin ich Zeitnehmer.“ Früher er das Sportabzeichen auch mit seiner ganzen Familie zusammen gemacht. Doch schon davor war er sportlich unterwegs. Schon alleine von Berufs wegen. „Ich war hauptamtlich bei der Ennepetaler Feuerwehr beschäftigt“, sagte er. Und er sei lange Jahre Handballer gewesen.

Ehemalige Handballer haben anscheinend eh den Breitensport für sich entdeckt. Kurt Meuer hatte das goldene Sportabzeichen ebenfalls zum 40. Mal abgelegt. Und auch er spielte früher gerne Handball.

Die Goldjubilare

Auch Meurer wirkte fit wie ein junger Turnschuh, trotz seiner fast 88 Jahre, denn bis zu seinem Geburtstag ist es nicht mehr lang hin. „Ich lief auch schon einen Marathon, machte mit 60 meinen Übungsleiter an einer Sportschule“, sagte er. Meurer spezialisierte sich auf Übungen für den Rücken, gründete eine Sportgruppe für Senioren. Und auch beim Sportabzeichen helfe er mit. Zu den weiteren Goldjubilaren zählten:

Petra Kurrek, Christina Liesendahl, Anja Maubach, Markus Norkowsky, Heike Blasche, Verena Meckel, Gabi Lettmayer, Lars Lettmayer, Britta Huckenbeck, Peter Stark, Elisabeth Bergmann, Karin Blaurock, Irene Brüssow, Christian Fasel, Lothar Overesch.