1000 Bewerbungen, 160 Stände, eine Kirmes

Am 26. Juni, geht es wieder los mit der Kirmes. Schräg ist dann nicht nur die Kirmes selbst, sondern auch manch Haltung in den Karussells.
Am 26. Juni, geht es wieder los mit der Kirmes. Schräg ist dann nicht nur die Kirmes selbst, sondern auch manch Haltung in den Karussells.
Foto: Bastian Haumann

Gevelsberg..  1000 Bewerbungen landen durchschnittlich auf dem Schreibtisch von Uwe Jesinghaus. Nur etwa 160 werden berücksichtigt. Mehr Platz gibt es eben nicht auf der schrägsten Kirmes Europas. Gestern traf sich der städtische Mitarbeiter mit dem Kreis der auserwählten Schausteller, um letzte Fragen zu klären und die rar gesäten Stellflächen zu verteilen. Denn in einer Woche geht der Rummel im Herzen der Stadt schon wieder los.

Die Mischung macht es

„Gevelsberg ist in jedem Reisekalender der Schausteller fest verankert“, sagt Schausteller-Sprecher Andreas Alexius. Voerde, Haspe, Gevelsberg. Für die Beschicker dieser Region ist der Juni ein lohnender Monat. Vor allem in Gevelsberg sei gutes Geld zu verdienen, denn die Kirmes werde immer gut frequentiert.

Die Mischung aus Attraktivität, Nervenkitzel und Familienfreundlichkeit mache eine gute Kirmes aus, sagt er. „Hier passt es.“ Besonders für Gevelsberg sei zudem das hohe Potenzial an Ausschankmöglichkeiten. 30 Getränkestände soll es geben. „Auf der Gevelsberger Kirmes wird immer viel getrunken“, sagt Alexius, der hofft, dass die Tage zwar fröhlich aber ruhig verlaufen. Denn auch das mache eine gute Kirmes aus. Aber eben auch die Auswahl der Stände und Fahrgeschäfte.

Dafür ist unter anderem auch Platzwart Uwe Jesinghaus verantwortlich. Er selbst mag zwar eher ruhigere Karussells wie den Kettenflieger, aber trotzdem habe er auch die Kracher im Blick. Wie den X-Faktor, der sei spektakulär und steht dort, wo das Riesenrad war. Denn das ist in diesem Jahr wieder nicht dabei.

Preise bleiben soweit stabil

Der Sprecher der Schausteller Andreas Alexius erklärt in diesem Zusammenhang, dass es sich eben auch lohnen müsse, wenn man mit so einem großen Fahrgeschäft anreist. „Und wenn es da ist, müssen die Leute auch reingehen“, sagt er über das Wahrzeichen. Außerdem gibt es nur vier, fünf in Deutschland, die auch bei solchen topographischen Gegebenheiten aufgebaut werden können, weiß Jesinghaus.

„Die Schräge der Kirmes ist für alle Beschicker eine Herausforderung“, betont auch Andreas Alexius, der an den Kirmestagen an der Kasse seines Autoscooters sitzen wird. Die gute Nachricht: „Die Preise in diesem Jahr bleiben soweit stabil“, sagt er auf Nachfrage dieser Zeitung. Ob jetzt der ein oder andere im Vergleich zum vergangenen Jahr einige Cents draufschlägt, könne er aber nicht sagen. Abgesprochen sei jedenfalls nichts.

Ohnehin gebe es kaum große Veränderungen, sagt Alexius. Es sind auch wieder viele Stammschausteller dabei. Neu ist, dass es erstmals eine sogenannte Interessensversammlung am Vorabend der Kirmes geben, bei der alle Beteiligten zusammenkommen. „Dann wollen der Schaustellerverein und der Kirmesverein auch ein gemeinsames Werbeprojekt vorstellen“, mehr will Alexius noch nicht verraten.

Sein Tipp für Kirmesbesucher. „Unten anfangen, ein paar Euro mitnehmen und nicht alleine kommen, das ist lustiger.“