100 Unterschriften für Blogger

Schwelm..  „Je suis Raif Badawi.“ – mit diesen Plakaten für den saudi-arabischen Blogger machte die Schwelmer Amnesty-Gruppe bei dem Basketballspiel der Schwelmer Baskets gegen Spitzenreiter Iserlohn in der Halle West aufmerksam. Raif Badawi wurde zu zehn Jahren Haft und 1000 Stockschlägen verurteilt, weil er von seiner Meinungsfreiheit Gebrauch genommen hat.

Achtung der Rechte

Mit dieser Aktion macht Amnesty auf den Fall von Raif Badawi an einem unerwarteten Ort aufmerksam. „Überall, auch beim Sport, ist die Zeit, sich eine Minute für die Menschenrechte zu nehmen“, so Dieter Bieler-Giesen, Sprecher der heimischen Amnesty-Gruppe, zu dieser ungewöhnlichen Aktion. „Denn die Menschenrechte sind mitten unter uns. Gerade Mannschaftsspiele stehen für Fairness und Achtung der Rechte anderer“, erklärt Bieler-Giesen.

Das bis zur letzten Sekunde spannende Spiel der 2. Basketball-Bundesliga-Spiel lockte etwa 500 Menschen in die Halle West. Und jeder fünfte nahm sich ein wenig Zeit und bekannte seine Sympathien für Raif Badawi, freut sich die Amnesty-Gruppe. Über 100 Unterschriften kamen zusammen.

„Wir haben zugleich deutlich gemacht, dass wir alle nicht nur Charlie sind. In erster Linie sind wir Menschenrechte. Und in diesen Tagen sind wir deshalb besonders Raif Badawi“, so Dieter Bieler-Giesen.

Anfang des Jahres wurden die Stockhiebe das erste Mal vollstreckt. Raif Badawi erhielt, weil er von seinem Recht der Meinungsäußerung Gebrauch genommen hat, gefesselt auf einem Platz in Dschidda 50 Hiebe. Schaulustige versammelten sich um ihn herum. An seinem Gesicht sei abzulesen gewesen, dass er bei dieser Tortur und Demütigung große Schmerzen hatte. Die noch gegen ihn ausstehenden 950 Stockschläge könnten im Laufe der kommenden Wochen vollstreckt werden.

Weltweit engagiert sich Amnesty International für ein Stopp der Folter. Am 16. sowie 23. Januar wurden die Schläge offiziell aufgrund des gesundheitlichen Zustands von Raif Badawi nicht vollstreckt. Trotz dessen besteht die Strafe weiter und ihm droht insgesamt 20 Wochen lang diese schreckliche Tortur.

Bereits vor zwei Wochen hat Amnesty über 50 000 Unterschriften bei der saudi-arabischen Botschaft in Berlin übergeben.

Insgesamt sind mittlerweile knapp 200 000 Unterschriften in Deutschland durch Amnesty gesammelt worden, weltweit knapp drei Millionen.