100 Euro Beute, aber riesiger Schaden

Wetter..  Jürgen Münzner, Leiter des Technischen Dienstes bei der Sparkasse Wetter, traute Montagmorgen um 7 Uhr seinen Augen nicht: Einbrecher hatten sich übers Wochenende Zutritt zur Kassenhalle der Hauptstelle an der Kaiserstraße verschafft: Schließfächer, der Münzgeldzähler und Kassen an den Bedienterminals waren aufgebrochen. Die Bilanz fasst Sparkassen-Vorstand Christian Becke in wenigen Worten zusammen: „Keine Beute, aber hoher Vandalismusschaden.“ Die Polizei, die erst gestern über den Einbruch informierte, ging zunächst von 20 000 Euro Schaden aus. Jürgen Münzner korrigierte diese Summe – vorbehaltlich des Gutachterberichts – schon jetzt auf gut 30 000 Euro nach oben.

Nach Angaben der Polizei hätten die Täter zunächst versucht, durch Eingangstüren im Keller in das Geldinstitut zu gelangen. Nachdem dies misslang, hätten sie einen Nebeneingang aufgehebelt und seien so in die Kundenhalle gelangt. Christian Becke erklärte gestern: „Wir wissen noch gar nicht, wo sie eigentlich reingekommen sind. Und Jürgen Münzner ergänzte: „Sie haben es an allen Türen ringsum versucht und sogar an einem Fenster im Schulungsraum.“ Christian Becke deutet auf die Kratzspuren, die das Werkzeug der Einbrecher an dem Münzgeldzähler zurückgelassen hat: „Die Münzen kriegt man keine drei Meter bewegt, so schwer sind die.“

Direkt daneben befinden sich die Sparbuchschließfächer. „Sieben von etwa 400 haben sie aufgebrochen. Diese Schließfächer sind immer wieder Ziel von Einbrecher, deswegen überlegen wir, sie ganz abzuschaffen. An manchen Filialen gibt es schon keine mehr“, sagt Becke. Auch die Einbrecher, die im vergangenen Jahr in die Filiale in Wengern eingestiegen waren, hätten sich auf die Schließfächer konzentriert: „Offenbar spekulieren die Täter darauf, dass dort Bargeld deponiert ist. Aber dafür sind diese Fächer nicht vorgesehen. Sie sind nur ein Aufbewahrungsort für Sparbücher. Für Bargeld oder andere Wertgegenstände gibt es Fächer im Tresor. Das wissen unsere Kunden und halten sich daran.“

„Einbruch ist sinnlos“

Und mit gestohlenen Sparbüchern könne niemand etwas anfangen, weil die meisten kennwortgeschützt seien und nach einem Diebstahl sofort gesperrt würden. Auch in den Kassen der Bedienterminals seien die Einbrecher nicht fündig geworden; denn dort lagere nur ein bisschen Münzgeld. Beckes Botschaft: „So ein Einbruch ist sinnlos, weil dort, wo Mitarbeiter arbeiten, in der Regel keine Bargeldbestände mehr sind.“