Zwei neue Übergangsheime für Asylbewerber geplant

Emmerich..  Emmerich bereitet sich auf weitere Flüchtlingszuweisungen vor. Die Stadtverwaltung regt die Errichtung von zwei neuen Übergangsheimen an. Der Sozialausschuss soll sich damit in der öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 14. Januar, 17 Uhr, im Rathaus beschäftigen. Im Haushalt soll eine halbe Million Euro dafür eingeplant werden.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Zählte Emmerich in 2013 noch 60 Asylbewerber, waren es bis Ende November 2014 schon 113. „In Betracht gezogen werden muss – abhängig von weltpolitischen Entwicklungen –, dass weiter kurzfristig Personen in größerer Zahl aus unterschiedlichen Herkunftsländern aufgenommen werden müssen“, heißt es in der Ausschussvorlage.

Über 200 Asylbewerber erwartet

Aktuell sind die Kapazitäten an der Reeser Straße 571 und 573 mit 18 Flüchtlingen ausgeschöpft. An der Tackenweide 19 sind 43 Alleinstehende untergebracht. Platz für zwei weitere gibt es noch. Auch in der Obdachlosenunterkunft an der Tackenweide 17 wohnen derzeit zehn Flüchtlinge. Weitere Asylbewerber leben in angemieteten Wohnungen an der Blücherstraße, Großer Wall, Gerhard-Cremer-Straße, ‘s-Heerenberger Straße, Hühnerstraße, Am Löwentor und Wollenweberstraße.

Bei weiteren Zuweisungen werden Objekte an der ‘s-Heerenberger Straße und am Mühlenweg angemietet. Ferner laufen Verhandlungen bezüglich eines größeren Objektes mit sechs Wohnungen in der City. Zeitlich befristet bis Ende März können auf dem Reiterhof Lensing-Hebben in Hüthum 29 Personen einziehen. Die Stadt rechnet mit mehr als 200 Asylbewerbern bis Ende des Jahres. Deshalb sei der Handlungsbedarf dringend. Der vorhandene Wohnraum sei „nicht ausreichend“.

Ein zweigeschossiger Neubau soll an der Tackenweide entstehen, so dass dort insgesamt 105 Flüchtlinge unterkommen – inklusive der 45 Plätze an der Tackenweide 19. Eine Trennwand in der Mitte des Gebäudes soll eine Trennung nach Religion und Herkunft vereinfachen. So würden vier Viertel mit eigenen Zugängen entstehen.

In einem weiteren Neubau – das Grundstück muss noch gefunden werden – sollen Frauen und Familien auf zwei Etagen unterkommen. Insgesamt 64 Personen. Auch hier sei eine Trennwand sinnvoll.

Um Konfliktpotenzial zu vermeiden, sollen in Emmerich auch in Zukunft Männer, Frauen und Familien getrennt untergebracht werden.

Sind diese Vorhaben umgesetzt, hätte Emmerich Platz für 231 Flüchtlinge und könnte Mietwohnungen zum Teil wieder abgeben. Auch Betreuungspersonal muss bereitgestellt werden.