Ziehen bald Pharaonen in die Glashäuser ein?

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Was wir bereits wissen
Internet-Versandhändler von lebensgroßen Figuren interessiert sich für das frühere Cash & Carry-Gartencenter in Rees-Halern. Bauvoranfrage gestellt.

Haldern..  Noch drängeln sich die lebensgroße Figuren wie Pharaonen, Engel, Dinosaurier und Fußballer in mittlerweile zu kleinen Räumlichkeiten. Doch künftig sollen mehr von ihnen Platz finden. Denn das Geschäft des Versandhändlers, der seine Artikel gänzlich übers Internet abwickelt, laufen blendend. Deshalb will er expandieren – und hat ein Auge aufs frühere Gartencenter Cash & Carry in Haldern geworfen. Das steht seit Ende des vorigen Jahres zum Verkauf.

Eine Bauvoranfrage beim Kreis Kleve als Bauaufsichtsbehörde hat der Unternehmer vor zwei Wochen bereits eingereicht. Wobei offen ist, wie sich die Behörde dazu verhält. Denn wie die NRZ bereits berichtet hat, war der Betrieb vor 40 Jahren als Gartenbau-Betrieb, nicht aber als Gartencenter genehmigt worden.

Keine Bedenken der Stadt

Daran hatte jüngst in der Bauausschuss-Sitzung die Leiterin des Bauamtes, Elke Strede, erinnert. Die Stadt, sagte sie, hätte aber keine Bedenken gegen den Verkauf an einen Internet-Händler, auch weil kein Publikums-Verkehr zu erwarten sei. Offen ist für den Unternehmer aus der Region indes, wie sich der Kreis Kleve entscheidet.

Nach NRZ-Informationen will der Geschäftsmann, sollte er grünes Licht vom Kreis für die Nutzungsänderung erhalten, das 1,6 Hektar große Gelände an der früheren B 8 erwerben. Klar scheint zu sein, dass das alte Wohnhaus, aber auch weitere Hallen nur noch abgerissen werden können. Nutzbar, heißt es, seien eigentlich nur die Glashäuser. 3000 Quadratmeter Fläche stünden so für die Lagerung der Figuren zur Verfügung.

Hergestellt in Asien

Mit zurzeit drei Mitarbeitern werden die Figuren überwiegend in Deutschland verkauft, aber auch in Österreich und der Schweiz. Hergestellt werden die Gartenzwerge und Büsten ausschließlich in Asien.

Wie ebenfalls berichtet, wollte der heutigen Eigentümer des Geländes, William Dobbe, in die maroden Immobilien investieren. Dazu hatte er seinerzeit eine Bauvoranfrage gestellt. Dabei stellte sich dann heraus, dass der Betrieb nur als Gärtnerei geführt werden durfte, nicht aber als Gartencenter.

Laut Dobbe, der sich dazu im Dezember vorigen Jahres geäußert hatte, gibt es seitens des Kreises jetzt Auflagen, die vom Käufer erfüllt werden müssten. Obwohl dort also viele Jahren holländische Blumen und Pflanzen verkauft wurden, lasse die Bauaufsicht kein Gewohnheitsrecht zu.

Wobei jetzt ja ein Internet-Versandhandel auf dem Gelände geplant wäre. Sollte der Unternehmer das OK vom Kreis Kleve bekommen, sagt er, würde er sicher auch über neue Arbeitsplätze nachdenken müssen.