Zeitgleichheit nicht garantiert
01.04.2011 | 18:03 Uhr 2011-04-01T18:03:00+0200
Emmerich.Spannung pur vor der Ratssitzung am Dienstag. Gestern informierte die Verwaltung die Fraktionsspitzen über die Gespräche mit der Welasa GmbH. Danach hat Investor Josef Schoofs formulierungstechnisch zwar einige Zugeständnisse gemacht, bis ins letzte Detail festnageln ließ er sich aber nicht.
Ein Restrisiko bleibt vor allem bei der Frage, ob Schoofs Neumarkt-Bebauung und Kaßstraßen-Anbindung zeitgleich hinkriegt. Beigeordneter Dr. Stefan Wachs spricht von einem „großen Fortschritt“. Die Fraktionen bewerteten das Ergebnis naturgemäß unterschiedlich.
Beschlussvorschlag mit
Investor abgestimmt
Nach über zehn Jahren, in denen einige Seifenblasen geplatzt seien, sollte man diese Chance nutzen, zumal Gutachter Junker & Kruse und die IHK das Projekt positiv bewertet hätten, so Wachs zur NRZ. Dahinter steckt die Sorge, nach der ITG könnte auch Welasa abspringen, und man stünde wieder mit leeren Händen da, nur weil man auf Maximalpositionen beharrt habe.
Die Vorlage der Verwaltung enthält fünf Punkte. Im zweiten Punkt erachtet der Rat „eine weitere Anbindung des Neumarktes an die Kaßstraße als städtefunktional wichtig und beauftragt die Verwaltung, die Schoofs-Gruppe vertraglich dergestalt zu binden, dass diese sich verpflichtet, das Grundstück Gemarkung Emmerich, Flur 18, Flurstück Nr. 516 und Teile des Nachbarflurstückes, so diese zum Kauf angeboten werden, auf der Basis des Verkehrswertes zu erwerben und sodann die vorgestellte Passagenlösung zu realisieren“. Neben dem anvisierten Durchstich bei „Ressing“ bzw. beim Nachbarn Kreutz „soll die vertragliche Regelung aber auch die Pflicht zu weiteren Verhandlungen bezüglich alternativer Flurstücke/Passagenlösungen mit umfassen“, also konkret von Bröd’je bis zum Raben.
Der Investor hat zugesagt, in dem städtebaulichen Vertrag zu erklären, Neumarkt und Passage parallel zu bauen: „Eine zeitlich versetzte Realisierung beider Bauabschnitte lässt sich dabei aus heutiger Sicht nicht gänzlich ausschließen“, heißt es einschränkend in der Verwaltungsvorlage. Im Sinne der Passagenlösung soll die Verwaltung die Gespräche zwischen Investor und Eigentümern „aktiv begleiten“. Paul Geominy von Neumarkt 21 bewertet das Welasa-Konzept als „Mogelpackung“. Seine Petition an den Rat, die Entscheidung zu verschieben, dürfe kaum noch zündende Wirkung entfalten.
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