Wortstarkes Überraschungsei

Wiebke Deipenbrock (li.) freute sich über den Überraschungsbesuch von NRZ-Kolumnistin Maike Maibaum.
Wiebke Deipenbrock (li.) freute sich über den Überraschungsbesuch von NRZ-Kolumnistin Maike Maibaum.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Zum 70. Geburtstag seiner Frau Wiebke lud Klaus Deipenbrock Maike Maibaum zur Feier ein. Die NRZ-Kolumnistin las humorvolle und bissige Passagen vor

Emmerich..  Ein ganz ungewöhnliches Geschenk zum 70. Geburtstag erhielt Wiebke Deipenbrock aus Kleve von ihrem Ehemann am Samstag. Sechs Überraschungseier hatte Klaus Deipenbrock, der in Emmerich lange das Geschäft Kuriosa betrieb, organisiert. Im Bistro des „Pan“(Plakatmuseum am Niederrhein) in Emmerich lüftete ihr Ehemann während der Geburtstagsfeier in Anwesenheit der geladenen Gäste das Geheimnis seiner originellen Idee.

Besonders das vierte Überraschungsei hatte es im wörtlichen Sinn „in sich“. Maike Maibaum, erfolgreiche Buchautorin und Kolumnistin der NRZ, war von Deipenbrock um eine Dichterlesung gebeten worden. „Als ich den Anruf erhielt, hat mich das gerührt. Hut ab vor der Idee“, kommentierte Maike Maibaum ihre spontane Zusage. Über dieses „Überraschungsei“ freute sich Wiebke Deipenbrock besonders, ist sie doch ein großer Fan der Buchautorin.

Beste Unterhaltung

Kurzerhand übernahm die Autorin vorübergehend die Regie der illustren Geburtstagsgesellschaft. Aus ihren Büchern zitierte sie skurrile Alltagsszenen und lästerte über ihren Mann, der schon früh morgens mit dem Kauf einer Personenwaage für „schlechte Laune“ sorgte. Als Fortsetzung dieses nachhaltigen Erlebnisses muss ihr zweiter Lesebeitrag „Mein Bauch gehört mir“ verstanden werden. Humorvoll beschrieb sie den Halbkugelbauch ihres heiß geliebten Mannes, nachdem er das Rauchen aufgegeben hat: „Nichts macht eine Frau schlanker, als ein dicker Mann an ihrer Seite“. Auch das Verhalten ihres Sohnes Joey überrascht sie sehr, seitdem er Fußball spielt. Mit „1:0 für den Trainer“ interpretierte sie die einhergehenden Veränderungen ihres Sohnes und charakterisierte die Eltern als Erziehungspensionäre auf der Reservebank.

In ihrem folgenden Beitrag „Der Nächste bitte!“ untersuchte sie die notorischen Ablehnungsgründe ihres Mannes für den längst fälligen Arztbesuch. „Was soll der denn schon machen? Die Wartezimmer sind unmännlich und verstopft mit langweiligen Frauen“, seien nur einige seiner Argumente.

Auch die vielen Einträge im 70 cm langen „Familienkalender“, der eigentlich als Terminterrorist abgeschafft werden müsste, verwunderten sie sehr, besonders der Hinweis „19.45 Uhr: Nervenzusammenbruch Mama“. Mit ihrer aktuellen Kolumne, Abrechnung gegen die Baumfällungen in Duisburg „Es ist aus: Ich und DU“, schloss Maike Maibaum ihre erfrischende Lesung.

An dies Überraschungsei zur Geburtstagsfeier werden sich Deipenbrocks Gäste noch lange erinnern. Sie vergnügten sich köstlich über die humorvollen und auch bissigen Passagen aus Maibaums zwei erschienen Büchern „Geschenkt: Eine Familie packt aus – 100 alltägliche Überraschungen“ und „Noch mehr geschenkt – Eine Mutter packt aus“.