Wohnfamilie in Emmerich hat neues Leitungspaar

Sandra van de Loo und Christoph Diel (auf den Stühlen sitzend) umringt von den Bewohnern und Betreuerin
Sandra van de Loo und Christoph Diel (auf den Stühlen sitzend) umringt von den Bewohnern und Betreuerin
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Sandra van de Loo und Christoph Diel sind das neue Leitungspaar in der Wohnfamilie am Polderbusch in Emmerich. Zusammen betreuen sie bis zu zwölf Menschen.

Oberhüthum..  Gegen 16.30 Uhr schnellt die Haustür auf. Fußgetrampel ist zu hören. Jacken rascheln im Eingang. Gesprächsfetzen hallen ins Esszimmer, wo bereits der duftende Kaffee samt Tassen sowie Milch und Zucker auf den Tischen steht. „Das ist unser tägliches Ritual“, erklärt Sandra van de Loo. „Nach der Arbeit in den Werkstätten kehren alle erstmal wieder heim und dann wird gemeinsam gesessen, gequatscht und getrunken“, so die 48-Jährige. Eben so, wie es in einer richtigen Familien üblich wäre. Auch wenn diese Gemeinschaft ein wenig anders ist.

Neue Herausforderung gesucht

Diese Gemeinschaft, das ist die Wohnfamilie Emmerich der Lebenshilfe. In einem alten Wohnhaus am Polderbusch 4 in Oberhüthum ist diese beheimatet. Und seit September vergangenen Jahres hat sie ein neues Leitungsteam: Sandra van de Loo und ihr Partner Christoph Diel lösten Nina und Detlef Hoffmann ab. Diese waren 22 Jahre als „Eltern der Wohnfamilie“ ansprechbar für deren Bewohner und genießen nun – schweren Herzens, aber verdient – ihren Ruhestand.

„Regelmäßig laden wir die beiden aber noch zu unseren Festen und Unternehmungen ein“, erklärt van de Loo, die zuletzt als Erzieherin mit dem Schwerpunkt Heilpädagogik und als anerkannte Sozialtherapeutin in Kleve gearbeitet hat. Ebenso wie ihr Partner und Sozialarbeiter Christoph Diel. Als sie die Stellenanzeige der Lebenshilfe für ein neues Elternpaar für die Wohnfamilie sahen, fackelten die beiden nicht lange: „Wir wollten uns ohnehin beruflich verändern.“

Als sie die Stelle bekamen, verkauften sie ihr Haus in der Schwanenstadt und zogen nach Emmerich um. Denn gleich neben dem Wohnhaus der Lebenshilfe, in dem derzeit zehn Menschen mit Behinderung im Alter zwischen 20 und 60 Jahren leben, ist noch ein separates Gebäude, in dem das Leitungspaar sein eigenes Reich hat.

Zur eigenen Familie gehören fünf Söhne. Diese kommen oft nach Emmerich. So wie Nils. „Ich bin gern hier und verbringe Zeit mit den Bewohnern. Wir verstehen uns gut“, erklärt der 18-Jährige, der dafür einstimmiges Nicken in der Runde am Kaffeetisch erntet.

„Uns ist die Gemeinschaft sehr wichtig“, unterstreicht Christoph Diel. Und Sandra van de Loo ergänzt: „Hier steht jeder für den anderen ein. Das gibt viel Kraft und motiviert.“ Und die Gemeinschaft wird immer wieder mit Aktivitäten gestärkt.

Das größte Projekt ist dabei momentan der Garten. Richtig auf Vordermann gebracht, hat das Leitungspaar diesen zusammen mit den Bewohnern. Eine eigene Bienenzucht haben sie bereits eröffnet und auch den Pizzaofen im Freien auf der Terrasse schon eingeweiht. Vor allem Bewohner Thorsten ist begeistert von der Imkerei. „Vierzehn Kilogramm Honig haben wir schon hergestellt“, freut er sich.

Das Freizeitangebot ist freiwillig. Nutzen tun es dennoch gern die meisten Bewohner, wie die fröhlichen Fotos zusammen mit dem Leitungsteam an den Wänden zeigen. Demnächst werden hier sicher wieder neue hängen. Denn in der nächsten Woche geht es in den ersten gemeinsamen Urlaub. Nordsee-Ort Husum wird unsicher gemacht – gemeinsam, versteht sich.