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SPD-Maifrühschoppen

Wißens alle neune

01.05.2009 | 17:20 Uhr
Wißens alle neune

Für den Mindestlohn und gegen Studiengebühren hat sich SPD-Landratskandidat Bodo Wißen (MdL-SPD) beim Frühschoppen des SPD-Ortsvereins Emmerich auf der Terrasse des Restaurants "Franz" ausgesprochen. Auch viele Klever Genossen waren über den Rhein gekommen.

Die großen Maikundgebungen sind out, der Trend geht zur Familienfeier. Wie gestern bei der Emmericher SPD.

Auf der Terrasse beim „Franz” an der Rheinpromenade trafen sich Jung und Alt - von 17 wie Christian Theinert bis 89 wie Gerda Bouwmans. Auch Gäste der Klever SPD hatten den Weg über den Rhein gefunden. Etwa Fraktionschef Alexander Frantz - er kam mit der Fiets - oder Bürgermeisterkandidat Josef Gietemann, der sich mit seinem Emmericher Pendant Peter Hinze und SPD-Fraktionschef Rolf Diekman angeregt über die Zusatzrente für ehrenamtliche Feuerwehrleute unterhielt.

„Es ist wichtig, dass die Emmericher das durchbekommen, dann machen wir das auch”, meinte Hauptbrandmeister Gietemann, der sich bisher mit diesem „Dauerbrenner” im CDU-dominierten Kleve nicht durchsetzen konnte.

An diesem Klever-Emmericher Tisch war man sich einig, für die „Freiwillige” etwas tun zu müssen, um die Kameraden zu halten und neue zu gewinnen.

Maisonne lachte

Zum 1. Mai gehören nach wie vor kämpferische Reden. Nach kurzer Begrüßung bei herrlichem Mai-Sonnenschein durch Ortsvereinschef Manfred Mölder hob Landratskandidat Bodo Wißen (MdL) zu einem pointierten Abriss der vergangenen 90 Jahre an, der um die geschichtlich bedeutsamen Neuner-Jahre kreiste.

Die Weltwirtschaftskrise von 1929 könne man nicht mit heute vergleichen: „Wir haben einen sozialen Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält.” Daran hätten auch SPD und DGB großen Anteil. Die SPD werde weiter für einen Mindestlohn kämpfen.

Wißen: „Der Marktradikalismus ist gescheitert, das Casino ist geschlossen. Wenn dieser Crash alleine die Zocker getroffen hätte, wäre wahrscheinlich alles halb so schlimm, aber leider ist es nicht so.” Ausbaden müssten die Krise jene, die am wenigsten dafür könnten. Auch im Kreis Kleve.

Wißen listete auf: „Dem Automobilzulieferer Ruwel in Geldern droht die Schließung, 420 Arbeitsplätze wären betroffen. Bei NSC und dem Feinkostwerk Walter Rau in Kleve wurden 190 Personen entlassen. 130 Menschen sind von der Schließung von National Starch in Kleve betroffen. Das Traditionsunternehmen Probat in Emmerich hat ab dem 4. Mai Kurzarbeit angemeldet.”

Bei allem Pessimismus dürfe man nicht in Passivität verfallen. Wißen: „Das Geld muss den Menschen dienen!”

Otto Arndt war mit Wißens Rede zufrieden. „Nur zur Rente hat er nichts gesagt”, meinte der 85-jährige Emmericher.

Norbert Kohnen

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