Willibrord-Schüler auf Forschungsreise im Unterricht

Waren beim Akademieabend mit dabei: (von links) Kaya Beyer, Lisa Essing, Allegra Angenendt und Felix Mölders.
Waren beim Akademieabend mit dabei: (von links) Kaya Beyer, Lisa Essing, Allegra Angenendt und Felix Mölders.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Begabten-Projekt des Willibrord-Gymnasiums findet Anklang. Zum zweiten Mal stellten die Schüler im Rahmen eines Akademieabends ihre Forschungsergebnisse vor.

Emmerich..  Allegra ist 15 Jahre jung und interessiert sich für Methangas. Krude Kombination? Mitnichten! „Unsere Erdölvorkommen könnten irgendwann aufgebraucht sein. Dann würden uns vielleicht die Kühe retten“, sagt die Neuntklässlerin. Methangas produzieren weidende Wiederkäuer im Magen, scheiden die wertvolle Substanz irgendwann aus. Diese mögliche Zukunftserkenntnis war nicht die einzig erstaunliche, die mehr als hundert Zuhörer beim zweiten Akademieabend im Willibrord-Gymnasiums mit nach Hause nahmen.

Masse der Sonne ist zu klein

Physik-Experte Felix hat sich „sehr viele Stunden und sehr viele Tiefkühlpizzen lang“ mit dem schwarzen Loch beschäftigt. „Das entsteht nur, wenn die Sonne eine gewisse Masse aufweist. Unsere aktuelle Wärmequelle ist nicht groß genug“, fand der 18-jährige Jung-Astronom heraus.

Das Begabten-Projekt seiner Schule nutzte Felix, um sich seinem Steckenpferd zu widmen. Ein Jahr hat er noch bis zum Abitur, dann will er studieren. In Heidelberg oder München. Das Projektmodell für ausgewählte Schüler am Willibrord ist da auch für ihn mehr als eine gute Übung für eigene Universitätspläne.

Es musste nicht nur wissenschaftlich zugehen am Vortragspult. Siebtklässler Simon hatte sich mit dem Hamburger Hafen befasst, der ein Jahr ältere Leon mit Geschichte, Entwicklung und Finanzwelt rund um Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach. Vorwiegend im Internet. Aber auch vor Ort. Bammel wegen des 15-minütigen Abschlussreferates vor dem Auditorium aus Mitschülern und Eltern im PZ? „Nö“, versichert Leon lässig. Als Kinder-GECK-Präsident hat er schon durch ein närrisches Bühnenprogramm geführt.

Lisa (14) und Kaya (13) lächelten ihren Auftritt tapfer zum normalen Vorgang am Dienstagabend. Ihr Thema entstand, ja, woraus eigentlich? „Aus Langeweile! Wir haben uns gefragt, warum wir manchmal konzentriert sind und manchmal nicht.“ Die Mädels beobachteten Sitzhaltungen der Mitschüler in zwei Klassen, verteilten Fragebögen. Erkenntnisbeispiele? Unter anderem: 250 der 800 Willi-Pennäler haben Rückenbeschwerden. Ob’s an den Stühlen oder eher an zu wenig Aktivsport liegt?

Ideenreiches Arbeiten

Die 24 Gymnasiasten hatten an den 15 Themen großen Spaß. Die zwei „freien“ Schulstunden pro Woche, in Absprache mit den Fachlehrern, versetzten die jungen Forscher in selbstständiges, dazu oft auch ideenreiches Arbeiten.

Die Projektleiter Michaela Hartmann (Lehrerin für Mathematik und Physik) und Michael Worgul (Latein und Geschichte) hatten nach den Zwischenzeugnissen vor vier Monaten gut 50 Schüler für das freiwillige Zusatzprojekt ausgewählt. Und angeschrieben. Voraussetzung: gute Noten. Die Hälfte der Begabten sagte zu. Förderte so am selbst ausgesuchten Thema die eigene Leistungsstärke. „Das Ergebnis“, da waren sich Hartmann und Worgul einig, „kann sich sehen lassen.“

Übrigens:

Die 15 Vertragsprojekte der 24 Willibrord-Schüler, die am Dienstagabend dem Publikum vorgestellt wurden, in der Übersicht:

Gerrit Nieuwenhuis (Klasse EF/Landwirtschaft), Lea Damen, Leah Wolter (beide 8D/Dissoziative Identitätsstörung), Felix Mölders (Q1/Schwarze Löcher), Tania Josan Lalgi (8C/Genetik), Leon Tiemer (8A/Borussia Mönchengladbach), Allegra Angenendt (9A/Methangas), Kaya Beyer, Lisa Essing (8C/Konzentration), Hannah Berntsen, Jana Eisenbusch, Sarah Krebber (8C/Geschichte der Mode), Simon Linsen (7A/Hamburger Hafen), Cem Aker, Yannis Rus (7A/Dubai), Lorena Derksen, Eva Rosen, Noah Orlovius (8B/Diabetes Mellitus), Sophia Arntz, Riccarda Tenbrink (8A/Technik und Umwelt), Pia Hegel (7C/Atlantis), Pauline Dürschlag, Carolin Gerritzen (7B/Social Network) und Anna Heiting (7C/Attila, der Hunnenkönig).