Wildpark Isselburg freut sich über Wolfsjunge im Fünferpack

Die kleinen Wölfe sind topfit.
Die kleinen Wölfe sind topfit.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach 20 Jahren gibt es im Isselburger Wildpark Anholter Schweiz endlich wieder Wolfsbabys. Tierärztin Dr. Anne Brömmling untersuchte den Nachwuchs.

Vehlingen.. Geduldig lässt die kleine Wolfsdame das Prozedere über sich ergehen. Während Tierpfleger Maik Elbers sie fest im Griff hat, kontrolliert Tierärztin Dr. Anne Brömmling das fünf Wochen alte Jungtier. Zuerst sind die Augen dran, dann die Ohren. „Auch ein Blick ins Maul darf nicht fehlen“, erklärt die Tierärztin, die dann vor allem den Fokus auf das Gebiss und die Schleimhäute legt.

Bei diesem felligen Knäuel gibt es aber soweit nichts zu beanstanden. Der Bauch beim Baby-Wolf ist voll, das Herz ist gut zu hören. „Perfekt“, sagt Brömmling und nimmt noch eine Speichelprobe mit. Zu Forschungszwecken. Dann gibt es noch eine Wurm-Kur in Pastenform und der nächste kleine Patient darf Platz nehmen.

"Etwas ganz Besonderes"

Fünf kleine Wolfsbabys – mittlerweile immerhin schon fünf Wochen alt – sorgen momentan für viel Freude im Wildpark an der Pferdehorster Straße. Es ist nämlich der erste Wolfsnachwuchs des aktuellen Pächter-Pärchens. „Für uns ist das wirklich etwas besonderes. Vor allem, weil es so schnell geklappt hat“, sagt Monika Westerhoff-Boland stolz.

Schnell bedeutet in diesem Fall, dass sich das neue Wolfspärchen, also die Eltern des Wolfquintetts, schnell fortgepflanzt haben. Seit September 2014 ist Mutter Kira in der Anholter Schweiz. Und seit Dezember Vater Cäsar. Im März – eigentlich als die Paarungszeit schon fast vorbei war – hat es bei den beiden geklappt. Nach rund 75 Tagen Tragezeit wurden die munteren Gesellen geboren.

Dass Wölfe in einem Wildtier-Park geboren werden, ist keine Seltenheit. Für Maik Elbers, der bereits Waschbären, Eichhörnchen und vieles mehr mit der Hand aufgezogen hat, ist es dennoch das erste Mal, dass er Wolfsnachwuchs betreut. Viel zu tun hat er aber nicht. Schließlich müssen Mutter und Vater Wolf ran. „Ich schaue mehr nach dem Rechten. Und vor allem, wie es der Mutter geht. Denn geht es ihr gut, geht es auch den Kleinen gut.“

Nachdem die Wolfsbabys durchgecheckt wurden – alle erfreuen sich im Übrigen bester Gesundheit – ging es noch zum Chippen. Ein etwa Reiskorn großer Chip wird dazu auf die linke Halsseite gesetzt. „Bei geschützten Arten wie den Wölfen ist das Pflicht“, weiß Elbers. Nun können die kleinen Wölfe immer identifiziert werden. In vier Wochen werden sie übrigens wieder durch die Tierärztin begutachtet. Dann geht es für die Kleinen nämlich zum Impfen.

Mit Dreck eingerieben

Das Wolfsquintett für die Kontrolle zusammen zu bekommen, war nicht ganz so einfach für die Tierexperten. Die Mutter hatte sie gut versteckt. In einer Bodenmulde mit Brombeeren darüber. Damit die Mutter sich auch wieder um ihre Babys kümmert und der Menschengeruch überduftet wird, gab es für den Nachwuchs, bevor es wieder zurück ins Gehege ging, noch eine ordentliche Dreck-Dusche.