Wilde Musik-Mischung lockte die Reeser zur Kneipennacht

Die Coverband Mothers Hip spielte in der Gaststätte Yesterday auf.Foto:Diana Roos
Die Coverband Mothers Hip spielte in der Gaststätte Yesterday auf.Foto:Diana Roos
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Was wir bereits wissen
Die zweite Reeser Kneipennacht lockte mehr Besucher an als im Vorjahr. In sechs Kneipen und Lokalen traten Bands verschiedener Musik-Richtungen auf.

Rees..  Das große Gewitter blieb aus. Nur ein bisschen Regen kam am Freitagabend nach der großen Hitze. Für die Organisatoren der zweiten Reeser Kneipennacht war das Segen und Fluch zugleich. Zum einen sorgte das milde Wetter für reichlich Zuschauer und Kneipenbummler. Zum anderen tummelten die sich die Besucher gern auch mal vor den Lokalen, um der angestauten Hitze in den Räumlichkeiten zu entfliehen.

Claptschon und das gewisse Extra

In sechs Kneipen beziehungsweise Lokalen spielten ab 21 Uhr sechs verschiedene Bands. Die Auswahl bot eine gute Mischung aus deftigem Rock, über Pop, Oldies, Evergreens, Irish Folk und feinsinniger Gitarrenmusik. Im Ressa Music Club zog mit der Duisburger Band Claptschon ein gewisses britisches Flair ein. Die Gruppe, die neben den guten alten Rockklassikern vor allem Songs von Eric Clapton spielten, gab den Stücken mit Akkordeon und Mundharmonika noch das gewisse Extra. Und sorgte so für beste Unterhaltung.

In ähnlicher Weise, aber deutlich rockiger, spielten die Jungs von Wild Dog in der Gaststätte Köpi auf. Oldies und alles, was gute Laune macht. So in etwa beschrieb Egon Schottek ihre Musik. Er zeigte sich hoch erfreut, dass die Kneipennacht in ihrer zweiten Auflage schon deutlich besser besucht wurde und auch der Shuttlebus, der in regelmäßigen Abständen die Musikfreunde chauffierte, wurde bestens angenommen. „Ich sag ja immer, mit den Reesern muss man eben etwas Geduld haben“, scherzte Schottek.

Noch deutlich rockiger als die Wild Dogs ging es im Yesterday zu. Dort hatten an diesem Abend Led Zeppelin, Deep Purple und Co. das Sagen. Bei so viel Emotion und Einsatz zog es auch hier viele ins Freie, um der Hitze etwas zu entfliehen – der Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch.

Im Café Marché ging es dagegen eindeutig ruhiger zu. Das Gespann Winnie & Son, waschechte Straßenmusiker übrigens, spielten mit Gitarre und Mundharmonika ein buntes Potpourri aller Jahrzehnte. „Als Straßenmusiker haben wir keine spezielle Musikrichtung, da spielen wir die breite Palette“, erläuterte Winnie, der seit mittlerweile schon satten fünf Jahren als hauptberuflicher Straßenmusiker unterwegs ist.

Aber auch bei Geburtstagen und Feierlichkeiten tritt er auf – mal allein, mal in Begleitung seines Sohns Danny. „Jetzt hier vier Stunden zu spielen, das ist schon eine Frage der Konzentration“, meinte er. Aber mit ein paar Pausen und genügend frischer Luft, durchaus ein Erlebnis.

Und weil die Zuhörer der guten Musik auch hier lieber im Freien der Musik lauschten, wurden kurzerhand die Boxen nach draußen gedreht, so dass die ruhigen Klänge in den späten Abend über den Markt schwebten.

Irische Atmosphäre

Im vergangenen Jahr standen die Lizzys Cocktail noch draußen auf den Rheinterrassen und begeisterten mit irischer Folkmusik. In diesem Jahr zog es die Musiker, die in ihrer abgespeckten Version als Collins and Friends auftraten, aus Angst vor Gewitter in die Innenräume. Auch dort gaben sie alles, um irische Atmosphäre nach Rees zu bringen.

Ein besonderer Leckerbissen wartete im Froschkönig. Accu Duo, das sind zwei Männer und ihre Gitarren, zauberten mit ihren Instrumenten wahre melodische Kunstwerke. Besonders fein, besonders zart, eben etwas für das gute Gehör – auch das gab es bei dieser zweiten Reeser Kneipennacht.