Wiegmann zeigt Farben, Formen und Konzepte in Emmerich

Brigitte Wiegmann zeigt in ihrer neuen Schau zahlreiche Werke – auch ihre neuesten.
Brigitte Wiegmann zeigt in ihrer neuen Schau zahlreiche Werke – auch ihre neuesten.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Brigitte Wiegmann aus Bottrop zeigt ab Sonntag rund 120 Bilder im PAN kunstforum in Emmerich. Starke Farben und Formen sind bis Mitte Juni zu sehen.

Emmerich.. Es ist wie ein Gang durch einen Regenbogen. Wer die Ausstellung von Brigitte Wiegmann im PAN Kunstforum an der Agnetenstraße betritt, wandelt zwischen weißen Wänden, bestückt mit farbstarken Bildern. In ihrer Form minimalistisch gehalten, sind die großformatigen Werke in Gelb-, Grün-, Blau- und Rot-Tönen eine wahre Farbexplosion für die Augen. In den verschiedensten Schattierungen lässt die Bottroperin die Grundfarben der Kunst plus das gemischte Grün erstrahlen. Nur zu gut schmiegen sich so ihre quadratisch-kantigen Kunststücke in die gradlinig-kühle Atmosphäre des Ausstellungsraumes ein, der alten Lohmann-Fabrik.

Strich an Strich

Nicht ohne Grund stellt die 75-Jährige in dem weitläufigen Gebäude aus. „Zu meinem halbrunden Geburtstag wollte ich in einem großen Raum möglichst viele Werke zeigen“, so die Künstlerin. Unter dem Titel „Farbe – Form – Konzept“ sind drei markante Zyklen der Zeichnerin zu sehen. Und zwar in Form von Arbeiten von 2000 bis 2015 – und auch ein wenig darüber hinaus. Allen Werken Wiegmanns gemein ist ihre besondere Art, die Farbe auf das Papier zu bringen. „Denn was von weitem vielleicht wie eine Ölmalerei aussieht, sind tatsächlich viel kleine Striche“, weiß auch die künstlerische Leiterin des PAN, Christiane van Haaren. „Ich setze mit Ölkreide-Stiften immer wieder Striche aneinander und übereinander. Manchmal verwische ich sie auch“, erklärt die Bottroperin, die aus Mönchengladbach stammt, ihre Technik.

Wiegmann experimentiert mit Farben. Vorwiegend Rot, Gelb und Blau. Aber auch Grün. Und in ihrem jüngsten Zyklus, der bislang nur in Dessau zu sehen war, auch mit Schwarz und Weiß. Die 75-Jährige mischt die Töne, setzt sie übereinander und auch nebeneinander. Bewusst und mit einem Ziel: „Ich will sehen, wie die Farben miteinander reagieren – also auf dem Betrachter wirken. Und das ist auch mein Anspruch an den Betrachter“, hebt Wiegmann hervor. Der soll sich mit den Farben auseinandersetzen. „Und zum Beispiel erkennen, wie viel Energie ein Rot haben kann.“ Wobei natürlich Rot nicht gleich Rot ist.

Ein Raum voller Musik

Fernab ihrer Farb-Partituren gibt es aber auch noch einen Bereich in der Ausstellung, der gedeckter von Farben daher kommt und auch schwungvoller in Sachen Formen ist. Er zeigt Musikbilder der Künstlerin. Also Kunstwerke, die entstanden sind während des Hörens großer Komponisten. „Damit ich das Gehörte auch Malen konnte, musste ich sogar manchmal zwei Pinsel halten“, erzählt die Künstlerin. Fast statisch wirkende Formationen zu Kompositionen von Johann Sebastian Bach stehen hier nervöse, nahezu expressiv ausgeführte Werke der Mandarin-Suite von Béla Bartók gegenüber.

Später befasste sich Brigitte Wiegmann, die zwischen 1970 und 1976 sich vor allem mit der Kunstrichtung Bauhaus und der klassischen Moderne beschäftigte, auch mit der Musik der Komponisten John Cage und Karlheinz Stockhausen.